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09 | 03 | 2010 |

Reinhard Jellen : Was sind Ihrer Einschätzung nach die größten Defizite des Islam, was seine Vorzüge?

hamed-abdel-samad Hamed Abdel-Samad : Das größte Defizit des Islam ist meines Erachtens die vereinfachte Unterteilung der Welt in Gläubige und Ungläubige. Dies hemmt jede Form des Zusammenlebens gewaltig. Dazu kommt die Beharrlichkeit vieler Muslime auf Normen und Lebensformen, die im 21. Jahrhundert nicht mehr zeitgemäß sind. Deshalb fällt es ihnen schwer, sich als eine Minderheit in einer säkularen Gesellschaft einzugliedern. Ein weiteres Kernproblem des Islam ist seine Haltung zum Individualismus. Dass jeder tun und lassen kann, was er will, bedroht aus islamischer Sicht die Gemeinschaft. Gerade die Geschlechter-Apartheid und die Entmündigung der Frau halte ich für die größte Sünde. Nun baut aber die moderne Zivilisation gerade darauf, dass das Glück des Einzelnen die Voraussetzung dafür ist, dass die Gemeinschaft funktioniert. Das nur als Gefahr zu sehen, fördert die Abschottung.

Die Vorzüge lassen sich in der sozialen Bindekraft und der Solidarität unter den Gläubigen erkennen.

Über die Spiritualität vermag ich nur wenig zu sagen, aber dieser Glaube bietet immerhin über eine Milliarde Menschen Halt, Trost und Orientierung.


zeit

ZEIT und perlentaucher
: Mit dem Perlentaucher ist es, wie gesagt, andersrum: Obwohl man weiß, dass er nichts taugt, lässt einen die allmorgendliche Faulheit immer wieder jene Website aufrufen, die verspricht, einen mit entstellenden Zusammenfassungen und minimal hintersinnigen Kommentaren in kürzester Zeit fehlzuinformieren.
Weil es zu umständlich wäre, alle Zeitungen selbst zu lesen, klickt man lieber auf die Website für Nichtleser

perlentaucher

und scannt sie mit gleichsam halb zugekniffenen Augen: Einerseits hat man oft genug die Erfahrung gemacht, dass man sich bei der inhaltlichen Darstellung nicht auf den Perlentaucher verlassen darf, andererseits will man wissen, worum es in dem dort aufgeführten Artikel geht. So falsch werden die Zitate ja wohl nicht sein, redet man sich gut zu, im Gegenteil, die Zitate selbst sind eigentlich immer richtig, nur der Kontext ist falsch, aber den kann man ja notfalls ignorieren. Und so bildet man sich wieder mal ein, so gut wie selbst gelesen zu haben, was Herr oder Frau XY schrieb, bis man sich die Mühe macht, den Artikel tatsächlich zu lesen, der natürlich etwas ganz anderes besagt und meint als seine »verperlentaucherte« Version, und wieder nimmt man sich vor, die Website nicht mehr aufzurufen, aber das hält so lange wie jeder andere Neujahrsvorsatz, nicht mal bis Februar.

zeit-über-perlentaucher

10 | 03 | 2010 : Jens Frank fragt : In Israel schiessen sie mit richtigen Waffen, wie weit sind diese Worte in der Zeit noch davon entfernt?


islam-regel

wilders

hamas-insider

sohn-der-hamas


02 | 03 | 2010

Ob Gaza-Krieg oder der mutmaßliche Mossad-Mord: Das Ansehen Israels hat kräftig gelitten, weiss Peter Münch und schreibt dann weiter: Jetzt sollen Israelis auf Reisen Werbung für ihr Land machen - mit Argumenten der Regierung.
Den Auftakt der Kampagne bilden satirische Fernsehspots, die zur besten Sendezeit den Israelis vorführen, wie tumbe ausländische [ aber doch nicht etwa auch deutsche? Anm. von J.F. ] Journalisten die Wahrheit verfälschen: Da läuft ein englischer Reporter durch die Wüste und berichtet seinen Landsleuten, dass das Kamel das Haupttransportmittel der Israelis sei und auch von der Kavallerie genutzt werde. Oder eine französische Korrespondentin schildert dem Publikum das Leben inmitten ständiger Explosionen, während im Hintergrund Bilder eines Feuerwerks laufen. Am Ende erklärt eine sonore Stimme: "Wenn du etwas dagegen tun willst, wie Israel in der Welt dargestellt wird, dann gehe auf die Webseite des Ministeriums für Aufklärung."

http://www.masbirim.gov.il/

visit

Die Vertretung der Auslandskorrespondenten fand es gar nicht lustig, dass die israelische Regierung die ausländischen Berichterstatter einfach als ahnungslose Idioten porträtierte. Viele Israelis fanden die Webseite dafür umso lustiger.


Warum das Ansehen Israels im Ausland kräftig gelitten hat? Etwa wegen dem Artikel?

Am 22.1.2008 war die deutsche Journalistin Julia Amalia Heyer [Foto unten]

JuliaAmaliaHeyer.jpg

für die LeserInnen [ und Leser ] der süddeutschen Zeitung in Israel

Auf der Suche nach dem "homo virilis"

Sogar meine Schwester hat mich darum beneidet, nach Israel zu gehen. Meine Schwester beneidet mich sonst um gar nichts. "Die schönsten Männer wirst du dort treffen", hat sie gesagt. Der Blick undefinierbar umflort. Und sie war nicht die Einzige, die das gesagt hat. Bei Israel fingen die Augen meiner Freundinnen an zu leuchten.
Ihre Vorstellungen vom männlichen Teil der Bevölkerung meiner Wahlheimat kann man freundlich in die Kategorie "archaisch weibliche Sehnsüchte" packen. Eventuell, und nicht ganz so wohlmeinend, auch in die: "platte Klischees, gebündelt".
Jedenfalls scheinen Israelis Projektionsfläche für Phantasien zu bieten. Die gehen ungefähr so: Die Männer hier sind "fabelhafte" Wesen, die Orient und Okzident in vollendet wohlproportionierten Einklang bringen. Und zwar physisch wie mental.
Das heißt dann physisch: Glutäugig, schwarzgelockt, karamellgebräunt; oder grünäugig, karamellgelockt, sommergesprosst oder... Wie auch immer - dem israelischen Melting Pot sind an DNA-Kombinationen keine Grenzen gesetzt. Außerdem: armeegestählt.
Und mental heißt das: Es gibt ihn noch, hier in Israel, den "homo virilis", den "richtigen Mann". Der weiß, wo’s lang geht, ohne dass wir ihn schubsen müssen (genau: armeegestählt), und der uns trotzdem hin und wieder höflich nach dem Weg fragt.
Self-fulfilling fantasies? Dagegen ist nichts einzuwenden. Außerdem steckt in jedem Klischee bekanntlich ein Stückchen Wahrheit.
Seither sitze ich im nahöstlichen Testosteronparadies und warte auf den zum Mann meines Lebens mutierten eierlegenden Wollmilchsauprinzen.

Schicksen mit Israeli-Boyfriend

Jenseits der Klischees gibt es die Fakten. Während ich warte, lese ich interessiert in der Jerusalem Post, dass Israelis sich früher binden als "durchschnittliche Europäer". Mit 26 Jahren sind die meisten bereits verheiratet. Meine Freunde sind fast alle um die 26, verheiratet ist keiner. Ausnahmen, die die Regel bestätigen?
Allerdings: Singles sind auch recht selten. Die meisten leben mit girl- oder boyfriend in einem kleinen Appartment und besuchen mit ihm oder ihr abwechselnd jeden Freitagabend ihre Familien zum Schabbatdinner. Nachwuchs wollen sie alle und diesen auch trotz gutbürgerlicher Zweifel an Staat, Regierung und Gesellschaft am liebsten in Israel großziehen.
Etwas mehr als drei Kinder bekommt eine israelische Frau im Schnitt. Das sind zwei mehr als in Deutschland und immer noch eines mehr als in der europäischen Geburtsratenhegemonie Frankreich. Bei ultra-orthodoxen Familien liegt dieser Schnitt noch ein bisschen höher. Hier bekommt eine Frau sechs bis acht Kinder. Der Kinderreichtum sticht ins Auge. Bei uns blockieren in öffentlichen Verkehrsmitteln Fahrräder den Ausstieg, hier sind es Kinderwagen.
Aber: die Scheidungsrate, zumindest bei säkularen Ehen, liegt auch in Israel bei über 30 Prozent.
Da gemischte Ehen - zwischen Juden und Nicht-Juden - in Israel selten sind, trifft man als "Schickse", nichtjüdische Frau ("Christenmädchen"), einen jüdischen Israeli-Single bevorzugt auf Reisen oder im Ausland. "Anywhere - but not here!", hat mir meine Mitbewohnerin Leora aus San Francisco gleich zu Anfang verklickert. Das war, nachdem sie eine gute Viertelstunde mit leuchtenden Augen von ihrem "Israeli-boyfriend" geschwärmt hat. Den hat sie bei einem Sommercamp in Vermont getroffen.
Sarah aus Alaska und Daniela aus Tübingen ist dieses Glück auch widerfahren. Sie studieren jetzt hier in Israel. Auch ihre Augen leuchten. Sarah überlegt, zu konvertieren. Die Familie ihres Freundes Zohar wünscht sich das.
Dann gibt es noch die "Vulgär-Fakten" - die sind aber natürlich rein tendenziell, unter Umständen subjektiv und beleidigend generalisierend. Und trüben vielleicht den Leuchtende-Augen-Blick samt Klischee: Israelische Männer sind oft recht klein. Selbstverständlich liegt das im Auge des Betrachters beziehungsweise der Betrachterin. Ich empfinde einen 1,75-Meter-Mann als eher klein.
Außerdem gibt es hier auch Frauen, "fabelhafte" Wesen, die ... egal. Jedenfalls sind auch die sehr oft sehr schön, mitunter schwarzgelockt und karamellgebräunt. Manchmal grünäugig. Die meisten sogar armeegestählt.
http://www.sueddeutsche.de/leben/455/429208/text/



24 | 02 | 2010 Es ist schon bezeichnend: Während die Hamas höchstselbst inzwischen vermutet, dass die gezielte Tötung ihres Frontmanns Mahmud al-Mabhuh in einem Hotel in Dubai auf das Konto der jordanischen oder ägyptischen Regierung oder der Palästinensischen Autonomiebehörde geht, ist man in Europa ganz sicher: Das kann nur der israelische Geheimdienst Mossad gewesen sein. …

„Es ist unpopulär, das zu sagen, aber ich bewundere es, wie die Israelis die Dinge erledigen“, schrieb Melanie Reid in einem bemerkenswerten Kommentar für die Londoner Times. „Sie wollen etwas, und sie bekommen es. Sie erkennen jemanden als ihren tödlichen Feind und bringen ihn um. Sie werden geschlagen und schlagen zurück. Sie verschwenden keine Zeit damit, sich über etwas den Kopf zu zerbrechen, es zu erklären oder zu rechtfertigen. Sie handeln einfach. Diese Absolutheit, die auf ihrer Geschichte gründet, hat ein ganz eigenes moralisches Gewicht. Sie könnten ihre Politik natürlich verteidigen, wenn sie es wollten, aber sie haben keine Lust dazu, denn es ist eine Vergeudung von Energien. In einer Zeit, in der der Westen immer sanfter und höflicher wird, brauchen wir vielleicht die Israelis, die uns daran erinnern, dass die Welt nun mal nicht ist, wie wir sie gern hätten.“ Da diese Erinnerung jedoch vermutlich keine Folgen zeitigen wird, bleibt fürs Erste nur das Diktum von Dan Schueftan, dem geschäftsführenden Direktor des Forschungszentrums für nationale Sicherheit an der Universität Haifa und langjährigen Berater verschiedener israelischer Regierungen: „Wann immer man Zweifel hat, was richtig ist, sollte man die Europäer fragen. Und dann das Gegenteil tun.“

‹welt.de› sprach 2006 mit Dan Schueftan
WELT.de: Welche Rolle soll Europa überhaupt spielen?
Schueftan: Ich sprach neulich zu 25 europäischen Botschaftern in Israel. Als sie mich fragten, welche Rolle Europa im Nahost-Quartett spielen solle, antwortete ich: Sie sollten die zweite Geige spielen - aber ohne Bogen. Die Europäer sollten sich ihren Kreuzfahrten im Mittelmeer widmen, ihre eigenen Club-Med-Anlagen besuchen und sich amüsieren.

broder und schueftan im spiegel interview


01. März 2010

Terrorgruppen fordern bewaffneten Widerstand Unterdessen riefen die radikal-islamische Hamas und die Terrorgruppe Islamischer Dschihad zu weitreichenden Protesten im Westjordanland auf. Der Islamische Dschihad veranstaltete am Sonntag eine Massenkundgebung in Gaza. Die Organisation verurteilte dort Israels Vorgehen auf dem Tempelberg und die Aufnahme der beiden Stätten in die Nationalerbeliste. Israel "versteht nur die Sprache der Gewalt. Diese Siedlung, die sich Israel nennt, kann unser Volk und unseren Widerstand durch Aggression nicht einschüchtern", sagte Muhammad al-Hindi, ein Führer der Terrorgruppe. Er rief die zerstrittenen Palästinenserfraktionen Hamas und Fatah dazu auf, sich sofort zu versöhnen, um sich gegen Israel zu stellen.


gaza-mensch-bleiben-buch

Vittorio Arrigoni erzählt im Tagebuchstil von den Angriffen der Israelischen Armee auf den Gazastreifen in der Zeit vom 27.12.2008 bis 18.01.2009 Vittorio Arrigoni beschreibt, wie das israelische Militär mit Kriegsgerät, dessen Gebrauch für Schlachtfelder geeignet ist, systematisch Wohngebiete, Moscheen, Kindergärten, Schulen, Waisen- und Krankenhäuser sowie Versorgungseinrichtungen zerstört. Selbst die Gebäude der UNO sind vor den Angriffen der Israelis nicht sicher. Zivile Personen werden von Heckenschützen gejagt. Panzer und Bulldozer zerstören die Felder, Olivenhaine. Fischerboote sind ebenso Ziel der Angriffe wie die Versorgungstunnel nach Ägypten. Nach Arrigonis Meinung sind die Gewaltausbrüche des israelischen Militärs allein darauf gerichtet die Palästinenser zu demütigen und zu demoralisieren. Den Kassam-Raketen auf palästinensischer Seite gibt er die Qualität selbstgebastelter Feuerwerkskörper. rezensiert von Rudolf

18.1.2009.Tifrah

18 | 01 | 2009
Am Tag nach dem Einschlag eines selbstgebastelten Feuerwerkskörpers in der Synagoge von Tifrah
Foto : Jens Frank


28 | 02 | 2010
In der letzten Woche war es zudem nach einer umstrittenen israelischen Entscheidung im Westjordanland und insbesondere in Hebron zu Unruhen gekommen. Die Palästinenser sind erzürnt über einen Beschluss der israelischen Regierung, das Rachelgrab bei Bethlehem und die Patriarchengräber in Hebron zu israelischem Nationalerbe zu erklären.


ZUM Originalton von Frau Prof. Dr. Fanny-Michaela Reisin am 27 | 02 | 2010 gefunden

reisin


26 | 10 | 2006  Von Wolf Biermann Die simpleren Durchschnittsdeutschen ergreifen Partei für die Araber. Es wird wieder der Refrain des alten Liedes geschwiegen, geknurrt und geplärrt: Die Juden sind an allem schuld! Und auf den reflexhaften Vorwurf des Antisemitismus antworten unsere modernen Judenhasser cool: »Man wird Freunde doch kritisieren dürfen!« Mit dem scharfen Auge starren die Deutschen auf die Juden in Israel, mit dem triefenden Auge glotzen sie auf die Araber in Palästina. Das romantische Verständnis der Deutschen für die Islamisten im Nahostkonflikt hat aber Gründe. Sie halten Araber für affige Wilde, für unmündige Menschen dritter Klasse, an die man noch keine aufklärerisch-humanen Maßstäbe anlegen darf. Die Zuneigung der Deutschen ist eine Art von vormundschaftlicher Verachtung. Der schwärmerische Respekt vor dem Fremdländischen ist nur Bequemlichkeit und Hochmut. Ich sehe im Multi-Kulti-Geschwärme meiner alternativen Zeitgenossen die seitenverkehrte Version des Rassendünkels von gestern.


27 | 02 | 2010

Alexandra Senfft: Die Entscheidungen, weiter jüdische Siedlungen zu bauen, gleichgültig wo, sind fatal, weil sie ein riesenhaftes Hindernis darstellen, um sich wieder gemeinsam an einen Tisch zu setzen und zu verhandeln. Der Bau der jüdischen Siedlungen ist auch während der Osloer Friedensverhandlungen immer ein Stolperstein und Problem gewesen. Die Tatsache, dass das weiter offensiv betrieben wird, ist auch ein Hinweis darauf, dass die israelische Regierung keine Absicht hat, mit den Palästinensern wieder in Friedensverhandlungen zu treten.

Mich stört, dass von Europa und besonders von Deutschland aus oft mit großer Unkundigkeit bezüglich dieser Region lautstark Meinungsmache betrieben wird. Dass Menschen zu Polarisierungen neigen, die besonders wenig über diese Region und ihre Menschen wissen. Das sind Elemente, die den Konflikt von außen sogar noch weiter befeuern, anstatt konstruktiv als Brücke oder Vermittler aufzutreten.

Fremder Feind, so nah von Alexandra Senfft

fremder feind


Überwiegend, betrachten wir etwa die Auseinandersetzungen zwischen den Israelis und den Palästinensern im Nahost-Konflikt, mit pessimistischen, ideologischen, ethnozentristischen, nationalistischen, fundamentalistischen und unversöhnlichen Standpunkt-Argumenten. Wenn ein friedliches Zusammenleben der Menschen nicht auf der Basis von Empathie und Toleranz, gewissermaßen auf „Augenhöhe“ aufgebaut ist, kann Frieden nicht zustande kommen.Vielmehr bedarf es einer utopischen Betrachtungsweise …

Die Hamburger Körber-Stiftung unternimmt in den Bereichen „Internationale Politik, Bildung, Wissenschaft, Gesellschaft“ zahlreiche Anstrengungen, dass verfeindete Nachbarn und Gegner miteinander ins Gespräch kommen und von Angesicht zu Angesicht ihre eigenen Geschichten, Erfahrungen, ideologisch geprägten und erworbenen Einstellungen erzählen können: „Storytelling in Conflict“.

Jos Schnurer. Rezension zu: Alexandra Senfft Fremder Feind, so nah.


26 | 02 | 2010

Ahmadinejads Finger am Abzug Von Ely Karmon

In den vergangenen Wochen haben hochrangige Offizielle in Syrien und im Libanon sowie der Führer der Hisbollah gewarnt, Israel bereite einen Angriff auf sie vor. Auf die Äußerungen folgten Dementis aus Jerusalem, aber die Atmosphäre bleibt angespannt, und die arabischen Führer haben Israel als Antwort einen „totalen“ Krieg in Aussicht gestellt, wie es der syrische Außenminister Walid Moallem formuliert hat. Tatsächlich, so meine Vermutung, sind wir Zeugen einer bewussten Entscheidung der iranischen Führung, Israel zu einem Angriff gegen die Hisbollah zu provozieren. Solch ein Angriff würde einen Krieg mit dem Libanon bedeuten und - sollte der Iran sich durchsetzen - auch Syrien involvieren und so den gesamten Nahen Osten destabilisieren. Irans strategisches Ziel ist die Auslösung eines Krieges, bevor im UN-Sicherheitsrat ernstzunehmende Sanktionen gegen ihn verhängt werden und bevor Israel oder die USA sich entscheiden, militärisch gegen seine Nuklearanlagen vorzugehen. Dies ist ein Schritt, den Iran und seine Verbündeten schon einige Zeit vorbereitet haben. Die Hisbollah ist heute stärker als vor dem zweiten Libanonkrieg von 2006: Sie besitzt rund 40 000 Raketen, die Israels nördliche Industrieregion, Tel Aviv und den nördlichen Negev treffen können. Darüber hinaus hat die Hisbollah in den vergangenen Wochen avancierte Raketen syrischer Herstellung auf libanesischem Territorium stationiert. Die neue libanesische Regierung wird abermals von Syrien dominiert. Sie hat die Strategie des „Widerstands“ akzeptiert und fühlt sich durch die militärische Macht der Hisbollah zusätzlich bestärkt. Syrien hat seine traditionelle Strategie, durch einen Stellvertreter gegen Israel vorzugehen, verändert und ist nun auch bereit, das Risiko einer direkten militärischen Auseinandersetzung auf sich zu nehmen, wohl mit iranischer Unterstützung. Außenminister Moallem hat Israel Anfang dieses Monats dazu aufgerufen, mit den „Drohungen“ gegen Gaza, den Südlibanon, Iran und Syrien aufzuhören, und mit einem „uneingeschränkten Krieg“ gedroht, sei es im Falle eines Angriffs gegen den Südlibanon oder gegen Syrien. Laut einem Bericht in der katarischen Tageszeitung Al-Watan sei die „strategische Entscheidung“ getroffen worden, „Israel nicht die Widerstandsbewegungen besiegen zu lassen“. Eines von Syriens Zielen könnte eine Rache für Israels angeblichen Luftangriff auf seinen Atomreaktor im September 2007 sein. Damaskus ist bei der Verminderung seiner diplomatischen Isolierung sehr erfolgreich gewesen, ohne Zugeständnisse in Bezug auf seine regionalen Parteinahmen oder sein Verhalten zu machen. Dies mag dem Regime Mut gemacht haben. Was die Hamas angeht, so verlautet aus israelischen Sicherheitskreisen, dass der Iran die islamistische Widerstandsbewegung in Gaza mit Raketen ausgestattet hat, die Tel Aviv treffen können, und dass die Hamas diese jüngst getestet habe. Diese Entwicklung könnte die Führung der Organisation dazu anspornen, im Fall eines regionalen Kriegs israelische Ziele anzugreifen. Laut einem Kommentar in den Gulf News von Sami Moubayed, Chefredakteur des von Regime in Damaskus sanktionierten Forward Magazine, hätte der Iran nichts gegen einen weiteren Krieg im Libanon. Es gibt gewisse Radikale im Iran, die von der sog. ‚Libanonisierung’ der Hisbollah gar nicht begeistert sind, welche nun eine aktive Rolle in der nationalen Politik spielt. Sie seien „überzeugt, dass die Hisbollah in der Lage ist, gegen Israel zurückzuschlagen, – so wie 2006 – einen Krieg zu überstehen und dabei israelischen Städten und der Infrastruktur größten Schaden zuzufügen“. Diese Leute glauben, die Hisbollah würde sich in einer Konfrontation so gut schlagen, dass die internationale Gemeinschaft es sich zweimal überlegen würde, bevor sie eine weitere Konfrontation mit der Organisation vorantreibt – oder, in einem späteren Stadium, mit dem Iran selbst. Dieser Denkweise zufolge sind die Vereinigten Staaten nach der Finanzkrise und unter der Obama-Administration schwach und zögerlich. Nasrallah sagte jüngst in einer Rede: „Die Fehler [der USA] …. haben zu einer Korrosion der Ehrfurcht geführt, mit der man den Vereinigten Staaten weltweit begegnet, und zu einem strategischen Niedergang der Handlungsfähigkeit der Vereinigten Staaten oder der Fähigkeit, sich auf neue Abenteuer einzulassen. Schließlich gibt es im Anschluss an die letztjährige Militäroperation in Gaza wachsende Bemühungen zur internationalen Delegitimierung Israels. Der Auslöser eines Krieges könnten mit einiger Wahrscheinlichkeit Provokationen der Hisbollah sein: Die islamistische Organisation beschuldigt Israel der Ermordung ihre Militär-/Terrorkommandanten Imad Mughniyeh im Februar 2008 und schwört noch immer Rache. Ihr stellvertretender Generalsekretär, Scheich Naim Kassem, sagte kürzlich, die Sühnung des Todes Mughniyeh sei „das Mindeste, was die Hisbollah tun könnte“. Die Stationierung eines hoch entwickelten Flugabwehrsystems durch die Hisbollah könnte einen casus belli für Israel darstellen. In jedem Falle wäre Israel gezwungen zu reagieren, nicht nur gegen die Hisbollah, sondern generell gegen den Libanon; die Konsequenz wäre wiederum die versprochene syrische Intervention und eine regionale Ausweitung des Konflikts. Bei einer Wiederholung der Geschehnisse in Gaza im Juni 2006 und des darauf folgenden zweiten Libanonkrieges würde der Iran wahrscheinlich nicht direkt eingreifen,; doch es ist zu erwarten, dass er Terroranschläge auf israelische und jüdische Ziele unterstützen, Waffen, finanzielle und wirtschaftliche Hilfe bereitstellen sowie massive Unterstützung beim Wiederaufbau versprechen könnte. Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad hat sich am 25. Februar in Damaskus zu Gesprächen mit Bashar Assad getroffen, angeblich um sich Damaskus’ Hilfe bei einem „konstruktiven“ Dialog mit dem Westen über Teherans umstrittenes Atomprogramm zu versichern. Tatsächlich haben arabische Medien ein Treffen zwischen Ahmadinejad, Nasrallah, hochrangigen libanesischen Oppositionspolitikern und Khaled Mashal von der Hamas antizipiert. Solch ein Treffen, meinte ein Zeitungsbericht, werde als klare Botschaft von „Irans Unterstützung im Falle einer israelischen Aggression“ dienen. Man kann mit guten Gründen davon ausgehen, dass Ahmadinejads Reise in Wirklichkeit das Ziel hatte, mit Irans regionalen Verbündeten den geplanten Angriff auf Israel zu koordinieren.

Dr. Ely Karmon ist Senior Research Scholar am Internationalen Institut für Terrorismusbekämpfung und Senior Fellow am Institut für Politik und Strategie am Interdisziplinären Zentrum in Herzliya. (Haaretz, 26.02.10)


26 | 02 | 2010

Auf Druck von Ministern aus der Koalition stimmte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in dieser Woche zu, die Höhle der Patriarchen in Hebron (die Machpela-Höhle) und Rahels Grab in Bethlehem in die Liste der Stätten nationalen Kulturerbes aufzunehmen. Daraus folgen Investitionen von mehreren Millionen Schekeln, um die Stätten und deren Funktion zu erhalten. Trotz dieser noblen Zielsetzung rief die Entscheidung harsche Kritik der israelischen Linken hervor. Der Meretz-Führer Chaim Oron behauptete, dass es „ein weiterer Versuch sei, die Grenze zwischen dem Staat Israel und den besetzten Gebieten zu verwischen.“
Der Führer der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmoud Abbas, sagte am Dienstag, dass die Entscheidung „eine ernste Provokation war, die zu einem Religionskrieg führen könnte.“ Der Hamas-Führer Ismail Haniyeh rief zu einer neuen Intifada auf und der Führer des Islamischen Dschihad, Abu Ahmed, kündigte Terroranschläge tief innerhalb Israels als Folge der israelischen Entscheidung an. Die Führer der palästinensischen Araber behaupten, die Entscheidung „ziele auf die Vervollständigung der Judaisierung der heiligen Stätten.“ Die palästinensischen Araber, ermutigt durch ihre Führer, randalierten jeden Tag in Hebron, seit die Entscheidung getroffen wurde.
PA-Ministerpräsident Salam Fayyad, der im Westen immer als moderater Führer dargestellt wird, lenkte die Aufmerksamkeit darauf, dass Israel auch die Mauern der Jerusalemer Altstadt in der Liste der Kulturstätten führt. „Die Mauern der Altstadt sind innerhalb Ost- und damit des besetzten Jerusalems, das die ewige palästinensische Hauptstadt sein wird.“
Wie auch immer, viele israelische Politiker verteidigten die Entscheidung. Sie bemerkten, dass die jüdische Geschichte an diesen Plätzen mehr als 3700 Jahre zurückgeht. Der stellvertretende Ministerpräsident Silvan Shalom sagte: „Die Verschmelzung des israelischen Volkes mit diesem Land begann nicht – wie immer wieder von den Palästinensern behauptet – in den vergangenen 100 Jahren, sondern als die Höhle der Patriarchen von Abraham gekauft wurde ….

Kommentar:

Leider gehört Shaloms Geschichtsstunde nicht mehr zum Allgemeinwissen. Und wir machen einen Fehler, wenn wir dies annehmen. Eine große Mehrheit der Bevölkerung in den westlichen Ländern und leider auch eine große Zahl einflussreicher Politiker, sind nicht mehr mit den grundlegenden historischen Fakten vertraut.
Unabhängig davon, welche Beziehung die Menschen zur Bibel als religiösem Buch haben, ist sie doch ein sehr zuverlässiges Buch, dessen Geschichten nahezu täglich durch archäologische Ausgrabungen bestätigt werden. Darum ist, basierend auf dem, was wir heute wissen, das Folgende nur ein Bruchteil von dem, was zur Beziehung der Juden zu Hebron gesagt werden kann. Die Machpela-Höhle wurde von Abraham, dem Urvater des jüdischen Volkes, etwa 1800 Jahre vor Christus gekauft. An diesem Ort sind Abraham, Isaak und Jakob ebenso wie ihre Frauen Sara, Rebekka und Lea begraben. Seitdem hat Hebron einen speziellen Status in der jüdischen Geschichte und war Ziel von Pilgerreisen. Zeitweilig war es unter König David Königssitz. Etwa 20 Jahre vor Christi Geburt bauten die Juden unter König Herodes ein Bauwerk über die Gräber, um sie zu bewahren und um als Ort der Anbetung zu dienen. Dieses Gebäude steht heute noch dort und wird üblicherweise als Machpela-Höhle bezeichnet. Bis heute wird Hebron als eine der vier heiligen Städte der Juden bezeichnet.
Dies sind die Fakten, aber lasst uns einen Schritt weiter gehen. Klar ist, dass dieser Zwischenfall die wirklichen Gründe hinter der arabischen Opposition gegen Israel aufzeigt. Üblicherweise sind die Schlagzeilen voll von Waffengewalt und Blutvergießen. Aber wie soll man die Motivation hinter dem anscheinend unbegrenzten Hass gegen Israel erklären, der sich in Angriffen auf Frauen und Kinder, auf Busse und Kindergärten zeigt?
Eine wichtige, aber nicht vollständige Antwort ist, dass die Araber die jüdische Präsenz in den Gebieten nicht als legitim ansehen. In ihren Augen haben die Juden keinerlei Rechte, weder an Hebron oder Bethlehem noch an Jerusalem. Die Tatsache, dass die Juden so handeln, als ob sie dieses Recht haben, erhöht nur die Empörung der Araber.
Die Benutzung des Wortes „Judaisierung“ der heiligen Stätten drückt diese arabische Ansicht aus. Ein intelligenter Beobachter wird sich selbst fragen: Wie kann ein Ort wie Hebron mit der oben gezeigten Geschichte judaisiert werden? Ist er nicht bereits durch und durch jüdisch? Kann Hebron überhaupt ohne Juden erklärt werden? Hat Hebron überhaupt eine Geschichte, wenn wir es von den Juden trennen? Die Wahrheit ist, dass es ohne Juden wahrscheinlich kein Hebron und auf keinen Fall eine Machpela-Höhle gäbe. Im Prinzip ist die ganze bekannte Geschichte Hebrons eine direkte Folge der jüdischen Präsenz in dieser Stadt. Selbst die muslimische Präsenz und Verehrung dieses Ortes ist das Ergebnis der 2000 Jahre älteren jüdischen Verehrung von Hebron. Solch ein Ort kann nur „judaisiert“ werden, wenn man entweder die Geschichte verleugnet oder neu schreibt, was die PA tut.
Man stelle sich das mögliche Szenario eines palästinensischen Staates vor: Wenn die Araber die jüdische Präsenz in Hebron und Jerusalem nicht anerkennen, was für Argumente gibt es dann für ein Verbleiben der Juden in Tel Aviv, Ashdod, Ramla usw. Die Araber bezeichnen diese Orte immer noch mit den arabischen Namen, die an arabische Dörfer an diesen Orten erinnern, die es dort vor der Gründung des modernen Israel gab. Anti-Zionisten mit ihren verdrehten Argumenten werden es viel einfacher haben, die Juden des Kolonialismus zu verleumden, wozu es immer wieder kommt, wenn es um diese Gebiete geht.
Daraus lässt sich schließen: Wenn wir es akzeptieren, dass die Erklärung des Grabs der Vorväter des jüdischen Volkes als jüdisches Kulturgut Kontroversen hervorruft, dann sind wir nicht mehr weit davon entfernt, den jüdischen Staat als illegitimes Gebilde zu erklären – wie es Irans Präsident Ahmadinedschad tut.

Israel Report    Die Berichterstattung in den Massenmedien über den Nahostkonflikt ist häufig voreingenommen, selten wird ein vollständiges oder ausgewogenes Bild der Situation gezeichnet. Einseitige Reportagen über den arabisch-israelischen Konflikt verzerren immer wieder die Tatsachen und verschleiern oft bewusst die historischen Hintergründe der gegenwärtigen Krise. Darüber hinaus werden dreiste Lügen, die von Sprechern der Palästinenser präsentiert werden, in den Medien fast nie in Frage gestellt. Word of Life Israel ist nicht der Meinung, dass Massenmedien mit säkularem Hintergrund und entsprechenden Zielsetzungen das Monopol dafür besitzen sollten, die öffentliche Meinung zu prägen. Aus diesem Grund haben wir mit der Herausgabe von Israel Report begonnen.


23 | 02 | 2010 |

"Die Menschen im Westjordanland müssen mit einem Volksaufstand und praktischen Maßnahmen reagieren", sagte Hanija während einer Protestveranstaltung in Gaza. Die israelische Regierung hatte am Sonntag beschlossen, die Patriarchengräber in Hebron und das Rachelsgrab bei Bethlehem auf eine Liste von insgesamt etwa 150 Stätten zu setzen, für deren Erhaltung man sich einsetzen wolle.


20 | 02 | 2010 |

Von Rainer Bonhorst
Wären wir stolz,
wenn wir einen international bewunderten, professionellen Geheimdienst - nennen wir ihn Mossad - geschaffen hätten? Wir wären stolz wie Oskar.
Aber würden wir uns bei solchen Einsätzen der Pässe befreundeter Nationen bedienen? Gefälschter Pässe? Das würden wir als Deutsche wahrscheinlich nicht tun. Wir würden, wie jedermann weiß, vor Antritt unserer Reise zum geheimen Einsatzort die notwendige Anzahl an Bahnsteigkarten lösen, wenn es die noch gäbe. Und dabei würden wir dann wohl dummerweise auffliegen. 


20 | 02 | 2010 |

Von Lucy de Beukelaer
Gestern noch
meldete die taz, “Finkelstein darf sprechen”, was eine vollkommen irreführende Überschrift war, denn das Sprechen hatte dem David Irving der antizionistisch-antisemitischen Linken niemand verboten. Er könnte z.B. in die Sprechstunde seines Friseurs oder Physiotherapeuten gehen und dort so viel sprechen, wie er möchte. Das Problem war, dass niemand den Gaga-Professor aus Chicago sprechen lassen wollte: Weder die Berliner Trinitatis-Gemeinde noch die Böll-Stiftung der Grünen, nicht einmal die Rosa-Luxemburg-Stiftung der LINKEN oder das Amerika Haus in München - bis sich die “junge Welt”, das Zentralorgan der deutschen Nationalbolschewiken, seiner erbarmte und Norman ihre “Ladengalerie” zur Verfügung stellte. Wer den Ort mal besucht hat, der weiss, dass man lange zwischen Köln-Nippes und Kaliningrad suchen muss, um eine ähnlich versiffte Location zu finden, genau das Richtige also für Frankenstein jr.
Aber jetzt will Norman nicht mehr. Er habe beschlossen, nicht nach Deutschland zu kommen, hiess es heute aus seiner Support-Group, da er nicht möchte, “dass mit den Auseinandersetzungen um seine Auftritte die Situation der Palästinenser, um die es in seinen Vorträgen gehen sollte, in den Hintergrund tritt”.
Eine weise Entscheidung, für die ihm vor allem die Palästinenser dankbar sein werden.


gegenaufruf

http://bak-shalom.de

Unterstützerliste: Landesarbeitskreis Shalom Berlin der Linksjugend ['solid], Landesarbeitskreis Shalom Brandenburg der Linksjugend ['solid], Arbeitskreis Jüdischer Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten Berlin-Brandenburg, Autonome Neuköllner Antifa (Berlin), Bündnis madstop (Potsdam), Gruppe ISKRA (Frankfurt/Oder), Linksjugend ['solid] Treptow-Köpenick (Berlin), Jüdische Gemeinde zu Berlin, Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (Berlin), Jusos Berlin, Antifaschistisches Bündnis Süd-Ost (Berlin), Emanzipative Antifaschistische Gruppe EAG (Berlin)


20 | 02 | 2010 |

Von Werner Pirker    
Dem politisch korrekten Gebot der »Solidarität mit Israel« bedingungslos folgend, entwickelte die Gruppe eine denunziatorische Leidenschaft, als gälte es, als »größer Lump im Land« offiziell anerkannt zu werden. Doch ihr offen parteischädigendes Verhalten scheint den Shalom-Leuten parteiintern keineswegs zum Nachteil zu gereichen, wie das von der RLS ausgesprochene Raumverbot für Finkelstein beweist.

finkelstein-und-junge-welt.jpg


am 20 | 02 | 2010 | gefunden :

bild

http://www.ejjp.org/


17 | 12 | 2009 |

Von Henryk M. Broder
In einer Diskussion zum Ausgang der Minarett-Initiative in der Schweiz wurde ich gefragt, wie ich reagieren würde, wenn in Deutschland der Bau von Synagogen durch eine Volksbefragung nach Schweizer Vorbild verboten würde. Es war eine sehr deutsche Frage, die Deutschen neigen dazu, aus einem speziellen Fall ein allgemeines Problem zu machen. Fährt zum Beispiel ein Rollstuhlfahrer an einer Warteschlange vorbei zur Kasse, tönt es ihm entgegen: «Wenn das alle machen würden?» Als ein Polizeibeamter einem Kidnapper mit physischer Gewalt drohte, um das Leben des entführten Kindes zu retten, hiess es sofort, damit werde das Folterverbot ausser Kraft gesetzt.
Dieses im Sinn, antwortete ich, ich könnte mich an keinen Fall erinnern, da sich jüdische Terroristen in einer Synagoge getroffen hätten, um eine Flugzeugentführung bzw. einen Anschlag auf ein Hochhaus zu planen, weswegen es extrem unwahrscheinlich wäre, dass sich Deutsche ohne Migrationshintergrund über den Bau einer Synagoge solche Gedanken machen würden wie über den Bau einer Moschee. Im Übrigen sei es auch in der Schweiz nicht verboten, Moscheen zu bauen, die Bauherren müssten nur auf Minarette verzichten.
Im Hintergrund solcher Fragen gärt ein Argument, das täglich an Beliebtheit zunimmt. Die Muslime seien die Juden von heute, die «Islamophobie» sei der Antisemitismus des 21. Jahrhunderts. Nun kann man grundsätzlich alles mit allem vergleichen: einen Wasserrohrbruch mit einem Tsunami, eine Hühnerfarm mit einem KZ und den libyschen Staatschef mit einer beleidigten Leberwurst. Deswegen haben die «Vorurteilsforscher», allen voran das Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung, die «Islamophobie» als Forschungsgegenstand entdeckt und setzen sie fröhlich in Relation zum Antisemitismus, wobei sie treuherzig versichern, vergleichen bedeute nicht gleichstellen.
Nein, das bedeutet es nicht. Es bedeutet nur, dass man relativiert, den einen Gegenstand auf- und den anderen abwertet. Das in den achtziger Jahren sehr beliebte Wort «Konsumterror» meinte natürlich nicht, dass man mit vorgehaltener Waffe zum Einkaufen und Konsumieren genötigt wurde. Aber es stellte eine Verbindung her zwischen den Gewalttaten der RAF und den Anreizen der Werbung, denen man sich leichter verweigern konnte als einer Geiselnahme durch ein RAF-Kommando.
So verhält es sich auch mit Antisemitismus und «Islamophobie». Der Antisemitismus wird ab-, die «Islamophobie» aufgewertet. Der Antisemitismus ist ein «Gerücht über die Juden» (Stephen Eric Bronner), das sich im Laufe von 2000 Jahren selbständig gemacht hat. Das ist der Vorwurf des Gottesmordes, das sind die Ritualmordlegenden und Verschwörungstheorien, die «Protokolle der Weisen von Zion» und die Pogrome im zaristischen Russland; das sind Thomas von Aquin, Martin Luther und Henry Ford. Das sind die Dreyfus-Affäre in Frankreich und die Möllemann-Affäre in Deutschland. Das sind Nazis, die in den dreissiger Jahren «Juden raus nach Palästina» gerufen haben, und das sind Antiimperialisten, die heute «Zionisten raus aus Palästina» schreien. Der Antisemit reagiert nicht auf das Verhalten der Juden, er regt sich nur darüber auf, dass es Juden gibt.
«Islamophobie» dagegen ist kein Vorurteil und kein Ressentiment, es ist die Angst vor dem Islam, die so begründet ist wie die Angst vor Naturkatastrophen, nicht unbedingt durch eigene Erfahrung, aber durch den Augenschein. Es sind die Bilder von 9/11, von Madrid, London, Bali und Djerba. Es sind die Reden von Ajatollah Chomeini und die Auftritte von Machmud Achmadinedschad, die Programme der Hamas, der Hisbollah und der Muslimbruderschaft, die Videos der Selbstmordattentäter, die Steinigung von Frauen und das Aufhängen von Homosexuellen. Es ist die Fatwa gegen Salman Rushdie, und es sind die Proteste gegen die Mohammed-Karikaturen, es ist die Behauptung, Islam bedeute «Frieden» und Dschihad «innere Anstrengung», während Islamisten und Dschihadisten das Gegenteil bezeugen.
«Islamophobie» hat also mit Empirie zu tun. Dabei spielt es keine Rolle, dass nur eine Minderheit der Muslime den Islam in Verruf bringt, solange die friedliche Mehrheit nicht imstande ist, die Minderheit zu bändigen, weil sie vor den Folgen einer Auseinandersetzung Angst hat.
Auch das ist praktizierte Islamophobie.
Erschienen in der Weltwoche Ausgabe 51/09

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/antisemitismus_und_islamophobie/


10 | 12 | 2009 |

Tatsächlich scheint es bei den Auseinandersetzungen weniger um den Film selbst zu gehen, als um einen Machtkampf zwischen rivalisierenden Gruppen innerhalb des linken Spektrums. «Bei den Leuten vom B5 handelt es sich um Antiimperialisten, bei denen von Kritikmaximierung um Antinationale», sagt Hamburgs Verfassungsschutzchef Heino Vahldieck auf ddp-Anfrage. «Überspitzt gesagt, identifizieren sich Erstere zu 100 Prozent mit den Palästinensern und Letztere zu 100 Prozent mit den Israelis.» Gleichwohl seien beide Gruppen als linksextremistisch einzustufen. Dass es im Oktober bei der geplanten Filmvorführung zu Ausschreitungen kam, ist Vahldieck zufolge «nichts Überraschendes».


04 | 12 | 2009 | Veranstaltungshinweis :

So., 13.12., Hamburg: Demonstration gegen antisemitische Übergriffe

Weil wir wissen, dass es ebenso verantwortungslos wie gemeingefährlich wäre, Antisemitinnen und Antisemiten gewähren zu lassen; weil wir wissen, dass die Schlägerinnen und Schläger mit jedem Erfolg nur stärker werden – daher halten wir es für unabdingbar, dass am 13.12., bei der Neuansetzung von »Warum Israel« im b-movie, der Film auf jeden Fall gezeigt wird.

Um die Angreiferinnen und Angreifer vom 25.10. politisch zu isolieren und eine Wiederholung ihres antisemitischen Gewaltspektakels zu verunmöglichen, rufen wir für diesen Tag zu einer Demonstration zum b-movie auf.

Auftaktkundgebung: 13.30 vor der Roten Flora
Abschlusskundgebung: 15.00 vor dem B-Movie


22 | 11 | 2009 Ronald Lauder

In einer immer komplexer werdenden Welt sind viele Menschen auf der Suche nach Orientierung. Eine der einfachsten Orientierungshilfen ist da ein klares Feindbild. Von Vorteil ist dabei, wenn sich der Feind in einiger Entfernung befindet, sich also nicht so einfach gegen die Anfeindungen wehren kann, und man eine ausreichende Zahl Gleichgesinnter um sich weiß.
Heute ist das beliebteste Feindbild von Moralisten auf der ganzen Welt der Staat Israel. Israel-Bashing erfreut sich wachsender Beliebtheit in vielen gesellschaftlichen Bereichen. Israelische Sportler werden bei internationalen Wettbewerben gemieden, durch Einreiseschikanen an der Teilnahme gehindert oder gar nicht mehr eingeladen. Britische, kanadische und südafrikanische Gewerkschaften fordern den Boykott von Waren aus Israel und eine Hochschule in Norwegen diskutierte jüngst einen Boykott israelischer Akademiker. Robert Bernstein, Gründer von Human Rights Watch, warf der Menschenrechtsorganisation vor, Israel inzwischen wie einen Schurkenstaat zu behandeln.
Israel wird benutzt, um von den Problemen Zuhause abzulenken


22 | 11 | 2009

israels nächste gefahr? beschwört alfred hackensberger



30 | 09 | 2009

Der Terror dieser ach so „friedlichen Religion“ ist in Deutschland angekommen. Die Botschaften des Koran haben zwar noch nicht zu Explosionen geführt und noch liegen keine deutschen Leichen auf den Straßen. Aber die Frage ist nicht ob, sondern nur wann dies geschieht. Al Kaida würde sich vor seinen eigenen Anhängern lächerlich machen, wenn die vollmundigen Drohungen im Sand versickern und der gegelte Anzugs-Marokkaner als aufgeblasene Luftnummer erscheint. Die braven Nachfolger Mohammeds sind in Zugzwang. Sie müssen jetzt zeigen, was sie drauf haben.


07 | 09 | 2009
Madonna: klebrig und süß

TEL AVIV (inn) - Madonna hat ihre Pilgerfahrt ins Heilige Land und damit auch ihre Welttournee unter dem Titel "klebrig und süß" abgeschlossen. Etwa einhunderttausend Israelis haben die Pop-Königin bei zwei Konzerten in Tel Aviv am vergangenen Dienstag und Mittwoch bejubelt. Der Höhepunkt kam gegen Ende der Show, nachdem ihr ein Fan eine israelische Flagge gereicht hatte.
 
In das weiße Tuch mit dem blauen Davidstern und den zwei blauen Streifen des Gebetsmantels gehüllt rief Madonna, die sich im Rahmen ihrer Kabbalah-Studien den jüdischen Namen Esther gegeben hatte: "Jedes Mal, wenn ich hier herkomme, werde ich super-aufgeladen mit Energie. Ich glaube fest daran, dass Israel das Energiezentrum der Welt ist. Ich glaube auch, dass wir hier alle in Harmonie zusammenleben können und in Frieden in der gesamten Welt."
 
Weniger begeistert von ihrem Auftritt mit der israelischen Flagge waren Palästinenser im Westjordanland und in Gaza. In Kommentaren zu Filmaufnahmen des Konzerts in Tel Aviv auf der Plattform "Youtube" im Internet machten wütende Palästinenser ihrem Zorn Luft. Nicht nur der peinliche Auftritt mit der Flagge ärgerte sie. Auch die Tatsache, dass die katholisch erzogene und teilweise sogar in Nonnenschulen aufgewachsene Sängerin es nicht einmal für nötig hielt, die Geburtskirche mit der Krippe Jesu in Bethlehem zu besuchen. Ebenso wenig habe sie sich um ein Treffen mit einem palästinensischen Politiker bemüht. Man darf wohl davon ausgehen, dass die Palästinenser es gar nicht geschmacklos gefunden hätten, wenn Madonna sich in eine palästinensische Flagge gehüllt oder ein Arafat-Tuch umgehängt hätte.


04 | 09 | 2009
Die Nachkriegslinke und Israel Ein geschichtlicher Abriss von Harold Smith

„Israel vergießt Krokodilstränen. Es hat seine Sportler verheizt wie die Nazis die Juden – Brennmaterial für die imperialistische Ausrottungspolitik.“ (RAF 1997, 173)
Diese Zeilen stammen aus einer Erklärung der RAF zu einer Aktion der palästinensischen Organisation „Schwarzer September“. Im Zuge dieser Aktion wurden bei den Olympischen Spielen 1972 in München mehrere israelische Sportler als Geiseln genommen, um die Freilassung von 200 arabischen Häftlingen zu fordern. Bei der Stürmung des Flugzeuges kam es zu einem Blutbad, bei dem alle neun israelischen Geiseln, das Entführungskommando und ein Polizist ums Leben kamen. (vgl. Reinders/Fritsch 1995, 170f.)
30 Jahre später erklärt Irmgard Möller („Mitglied“ der ersten Generation der RAF) dazu, „ich habe das Papier vor kurzem wieder gelesen. Es hat mich erschreckt, weil es von einer Gleichsetzung von israelischer Politik mit der Vernichtungspolitik der Nazis geprägt ist, und das ist nicht akzeptabel.“ (Tolmein 2002a, 221) Später adressiert sie eine Botschaft ein diverse heutige linke Gruppierungen zu solchen Gleichsetzungen. „Sie sind auch, wenn sie heute noch gemacht werden, Ausdruck von Dummheit und Denkfaulheit, weil die, die das machen, glauben, sich Argumente und eine scharfe, aber genaue Kritik am Vorgehen der Israelis gegen die palästinensische Bevölkerung ersparen zu können“ (ebd., 222).
Vor diesen Ausfällen der RAF, noch 1967, forderte Ulrike Meinhof unbedingte Solidarität mit Israel. „Die europäische Linke hatte nie einen Grund ihre Solidarität mit den rassisch Verfolgten aufzugeben. […] Wer den Bestand dieses Staates glaubt zur Disposition stellen zu sollen, muß wissen, daß nicht die Täter, sondern wiederum die Opfer von damals getroffen würden. […] Die Solidarität der Linken schließt auch einen Mann wie Moshe Dajan ein, wenn er ermordet werden soll, aber nicht seinen Rechtsradikalismus, seine Eroberungspolitik“. (Meinhof 2004, 100f.)
Es ist also zu beobachten, dass noch 1967 ein durchaus reflektiertes Bild über Israel in der „radikalen“ Linken existierte und dass sich später einige wieder darauf zurück besinnten. Die Frage ist nun, was passieren musste, um ein Bild von Israel entstehen zu lassen, das vor oben erwähnten Vergleichen nicht zurückschreckt. Dazu ein historischer Abriss.
Die Nachkriegslinke und der Nahe Osten
Die Linke hatte nach der Entstehung Israels fast zur Gänze eine Israel-freundliche Einstellung. „Tatsächlich bestand in der Linken bis 1967 ein israelfreundlicher Konsens mit zum Teil stereotyper Glorifizierung von Staat und Gesellschaft Israels.“ (Später 2003, 246f.) Es gab mehrere Austauschprogramme, in denen z.B. StudentInnen des SDS nach Israel kamen, bzw. Kontakt mit Israelis suchten.  Vor allem geschichtsbewusste linke Kreise suchten die Beschäftigung mit Israel und seiner Entstehungsgeschichte. (vgl. Kloke 2001)
Der Bruch 1967
Als Anfang Juni 1967 Israel in einer Blitzaktion den Sinai, das Westjordanland und die Golan-Höhen besetzte, gab es zunächst noch eine breite Welle der Sympathie, auch unter der großen Masse der linken Gruppierungen, wohl auch unter dem Eindruck der aggressiven anti-israelischen Rhetorik der arabischen Kriegsparteinen. Die besondere moralische Verantwortung für die Existenz des jüdischen Staates schien nach wie vor gespürt zu werden. (vgl. Kloke 2001)
Doch in der Folge begannen viele linke Gruppierungen, sich mit den „Opfern der Opfer“ zu solidarisieren. (vgl. Hierlmeier 2002, 63) Ein Ausspruch, der wohl ungewollt aber doch die Opfer von einst zu kollektiven Tätern machte. Israel wurde in der Folge als Vorposten des Imperialismus im Nahen Osten gesehen. (vgl. ebd.) Dieter Kunzelmann formulierte es so. „Palästina ist für die BRD und Europa das, was für die Amis Vietnam ist.“ Die Al-Fatah habe „im Nahen Osten den Kampf gegen das Dritte Reich von gestern und heute und seine Folgen aufgenommen“. (zit. n. Bruhn 1988, 40)
Diese Wende in der Bewertung der Situation im Nahen Osten erfolgte aufgrund des militärischen Erfolgs Israels, das sich gegen eine quantitative Übermacht arabischer Armeen durchsetzen konnte. Israel „war ein Teil des Westens geworden, psychologisch unterstützt durch die eruptive Israel-Begeisterung bürgerlich-konservativer Kreise.“ (Kloke 2001)
Der SDS war eine der ersten Gruppierungen, die eine antizionistische Wende vornahm. Differenzierte Darstellungen der Situation im Nahen Osten wurden vor allem in Medien, die der Studierendenbewegung nahe standen, rar. In den Vordergrund rückte die als brutal und bedenkenlos wahrgenommene Kriegsführung der Israelis, ohne das liquidatorische Programm der arabischen Kriegsplanung zu berücksichtigen. (vgl. ebd.)
Der jüdische Staat galt in der Folge nicht mehr als der progressive Staat, als der er vormals des Öfteren dargestellt wurde.  Die Position des SDS war folgende. Die „zionistische Kolonialisierung Palästinas hieß und heißt bis heute: Vertreibung und Unterdrückung der dort lebenden eingeborenen arabischen Bevölkerung durch eine privilegierte Siedlerschicht.“ (zit. n. Kloke 2001)
Die Jahre nach dem Sechs-Tage-Krieg
Die studentische Linke richtete ihr Interesse immer stärker auf Palästina. Sicherlich auch deshalb, weil sich die PLO nun als Teil einer globalen sozialrevolutionären Befreiungsbewegung präsentierte. (vgl. ebd.) Anstelle einer differenzierten Auseinandersetzung mit dem Konflikt zu betreiben, wurde er in der Folge mit Hilfe der Antiimperialismustheorie interpretiert bzw. in diese Theorie hineingezwängt. Der Palästinensische Befreiungskampf wurde in einer Linie mit Vietnam, Algerien oder den lateinamerikanischen Kämpfen interpretiert (vgl. ebd.), ohne die Besonderheiten zu beachten. Auch die Weigerung der PLO, das Existenzrecht Israels anzuerkennen, schadete diesem Bild in keiner Weise. „Linke Publizisten begannen ein Palästinenserbild zu zeichnen, das sich mit den heroischen Selbstdarstellungen palästinensischer Kampforganisationen deckte. Dieser Schulterschluss zwischen linken deutschen Studenten und in der Bundesrepublik lebenden arabischen Fatah-Anhängern entwickelte sich 1969 zu einem zentralen Kennzeichen internationaler ‚Solidarität’“ (ebd.) Es entstand in der Neuen Linken ein immer stärkeres Antizionistisches Weltbild und Kontakte zu palästinensischen Gruppen wurden geknüpft.
Das Jahr 1969 bildete gewissermaßen einen Tiefpunkt. Im November dieses Jahres wurden jüdische Einrichtungen das Ziel von Aktionen deutscher Gruppen. Jüdische Einrichtungen wurden also für die als falsch erkannte Politik der israelischen Regierung bestraft und Juden und Jüdinnen somit wieder zu Kollektivschuldigen. Die „Schwarzen Ratten – Tupamoras Westberlin“ beschmierten jüdische Mahnmale und deponierten eine Brandbombe im jüdischen Gemeindehaus. Und das alles am 9. November, am 31. Jahrestag der Reichskristallnacht. (vgl. Hierlmeier 2002, 64) Der Vollständigkeit halber muss an dieser Stelle aber erwähnt werden, dass Beteiligte am beginnenden bewaffneten Kampf (Bewegung 2. Juni, gewissermaßen eine Nachfolgegruppe der Schwarzen Ratten) in der BRD die Aktion für unaufgeklärt halten, bzw. nicht klar ist, welcher Gruppierung dieser Anschlag zuzuordnen ist. (vgl. Reinders/Fritsch 1995, 29) Jedoch verweisen sie auch auf Linke, die Kontakt zu palästinensischen Gruppen hatten. „Einige von denen, die damals in Jordanien bei den Palästinensern waren und dort einen sinnlichen Eindruck von den Verbrechen Israels mitbekamen, haben einen Knacks bekommen. […] Vielleicht haben sie deshalb diese Schwachsinnsaktion gemacht.“ (ebd.)
Jedenfalls gibt es eine Stellungnahme der Tupamoras Westberlin in erschreckender Sprache. „Am 31. Jahrestag der faschistischen Kristallnacht wurden in Westberlin mehrere jüdische Mahnmale mit >Schalom und Napalm< und >El Fatah< beschmiert. Im jüdischen Gemeindehaus wurde eine Brandbombe deponiert. Beide Aktionen sind nicht mehr als rechtsradikale Auswüchse zu diffamieren, sondern sind ein entscheidendes Bindeglied internationaler Solidarität Der wahre Antifaschismus ist die klare und einfache Solidarisierung mit den kämpfenden Feddayin [...]. Jede Feierstunde in Westberlin und in der BRD unterschlägt, dass die Kristallnacht von 1938 heute tagtäglich von den Zionisten in den besetzten Gebieten, in den Flüchtlingslagern und in den israelischen Gefängnissen wiederholt wird. Aus den vom Faschismus vertriebenen Juden sind selbst Faschisten geworden, die in Kollaboration mit dem amerikanischen Kapital das palästinensische Volk ausradieren wollen.“ (Kloke 2001)
Im SDS vergaß man in der Beschäftigung mit Israel dessen Entstehungsgeschichte, also die Voraussetzungen des Zionismus, nämlich Antisemitismus und dessen gewaltsames Ausbrechen in der Shoa. 1970 bereiste der israelische Außenminister Abba Eban die BRD. Dazu verlautbarte der SDS, der „Besuch Abba Ebans, der als Vertreter eines rassistischen Staates in die Bundesrepublik reist, muss zu einer Demonstration und zum Protest gegen den zionistischen, ökonomisch und politisch parasitären Staat Israel und seine imperialistische Funktion im Nahen Osten werden […] Nieder mit dem chauvinistischen und rassistischen Staatsgebilde Israel.“ (zit. n. Kloke 2001) Nicht nur, dass hier die Zerschlagung Israels gefordert wird. Der Staat wird auch noch als parasitär Beschimpft, ein Wort, dessen Geschichte im Nationalsozialismus nur eines, nämlich Unbehagen, hätte auslösen müssen.
In der Folge wurden die deutschen Universitätsstädte zu Zentren der „Palästina Solidarität“. Es bildeten sich Palästinakomitees, „in denen Anhänger des neulinken Spektrums zum Sprachrohr des in der PLO organisierten palästinensischen ‚Widerstandes’ wurden.“ (ebd.) Im Bonner Palästinakomitee fand sich in den Statuten der Hinweis auf die Existenz eines jüdischen Kapitals. (vgl. ebd.) Die Palästinakomitees hatten durchaus verschiedene Zugänge zum Nahostkonflikt, doch es fand eine starke Koordinierung untereinander statt. Im März 1971 wurde bei einer europäischen Arbeitstagung eine Plattform verabschiedet. Die antizionistische Identität der Gruppen sollte festgeschrieben werden. Israel sei ein kapitalistischer, kolonialistischer und rassistischer Staat, der mittels eines bewaffneten Volkskrieges vollständig zerschlagen werden müsse. (vgl. ebd.)
Im Folgejahr kam es zu der eingangs beschriebenen Aktion „Schwarzer September“ und der angeführten Reaktion antiimperialistischer Gruppierungen darauf. Gerade zu dieser Zeit erlebten die Palästinenserkomitees einen erheblichen Aufschwung. (vgl. ebd.)

Selektion nach völkischen Linien als Einschnitt
Die nächste bewaffnete Aktion von Linken aus der BRD fand 1976 statt. Viele Mitglieder der bewaffneten Gruppen ließen sich zuvor von militanten palästinensischen Gruppen in einem Ausbildungslager der Fatah ausbilden. (vgl. Tolmein 2002, 32f., Kloke 2001) Ein Kommando aus vier Personen (darunter zwei Deutsche von den „Revolutionären Zellen“ und der „Bewegung 2. Juni“ und zwei angehörige der „Popular Front for the Liberation of Palestine PFLP (vgl. Kloke 2001)) entführten eine Maschine der Air France. Während der Entführung wurden die Geiseln entlang völkische Linien geteilt. Juden und Jüdinnen wurden von den anderen Geiseln getrennt. (vgl. Revolutionäre Zellen 1991, 171) Alle nichtjüdischen Passagiere wurden freigelassen. Bei der Erstürmung durch die israelische Armee kam auch eine Frau im Namen des Antifaschismus ums Leben, die das KZ überlebt hatte. (vgl. Hierlmeier 2002, 65)
Diese Aktion war es auch, die einen Schock in der radikalen Linken auslöste. „Die Frage nach der Virulenz eines ‚linken Antisemitismus’ stellte sich immer drängender.“ (Kloke 2001) Einige Gruppierungen erkannten in der Folge, dass linker Antisemitismus oft als Antizionismus getarnt in Erscheinung trat. Diese Gruppierungen gingen auf Distanz zu den Palästinenserkomitees, die immer mehr in Verunsicherung gerieten. (vgl. ebd.)  Zu dieser Zeit fand auch ein Umdenken in der internationalistischen Linken statt, die zuvor nationale Befreiungsbewegungen unhinterfragt unterstützt hatte. „Die Ereignisse in Kambodscha versetzten dieser Bewegung den letzten Todesstoß. […] Als sich die Berichte als wahr erwiesen, war dies ein Schock für viele, nur vergleichbar mit dem Schock über den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten in der CSSR 1968“. (Hierlmeier, 2002, 81f.) Auch die Enttäuschenden Verhältnisse im befreiten Indochina brachten ein Überdenken der alten Solidaritätsprinzipien. (vgl. Kloke 2001)
Dennoch spitzte sich die linke Debatte zu Nahostkonflikt noch einmal zu, als die israelische Armee im Sommer 1982 in den Libanon einmarschierte. Es kam in einigen Städten der BRD zu Besetzungen von Einrichtungen der jüdischen Kultusgemeinden. „Deutsche StaatsbürgerInnen jüdischen Glaubens oder jüdischer Kultur wurden somit von Linken in Sippenhaft für die Politik Israels genommen.“ (Hierlmeier 2002, 64) Israel wurde in Zeitschriften und Flugblättern des Völkermords bezichtigt. Begriffe wie umgekehrter Holocaust und Endlösung der Palästinenserfrage tauchten auf. (vgl. ebd.) Diese Vergleiche blieben jedoch nicht mehr unwidersprochen. Es zeichnete sich eine Wendung des Palästinenserbildes in der Linken ab. Joschka Fischer forderte damals, wir „sollten endlich aufhören, palästinensischer als die PLO zu sein. […] Ein zweites vietnamesisches Erwachen könnten wir uns dadurch ersparen.“ (zit. n. Kloke 2001)
Doch auch nach diesen Ereignissen es immer wieder zu verzerrten Sichtweisen. Als im Herbst 1983 syrische Truppen mit prosyrischen palästinensischen Milizen im Libanon loyale Gruppen zur PLO stürmten, wurden mindestens tausend Menschen getötet Diese Übergriffe konnten nicht annähernd die Betroffenheit erzeugen wie der Einmarsch der israelischen Armee von 1982. (vgl. ebd.) Auch als schiitische Amal-Milizen zwischen Mai 1985 und Jänner 1988 drei Palästinenserlager belagerten und einkesselten, bleib der Aufschrei aus. In der TAZ war zu lesen: „Wo bleibt der sonst übliche Aufschrei […]? Offenbar gelten andere Kriterien, wenn die Täter nicht in erster Linie im prowestlichen Israel, sondern in arabischen Hauptstädten sitzen. Manch einem der sonst so aufrechten Demonstranten liegt offenbar das Schicksal des palästinensischen Volkes nicht länger am Herzen, wenn er nicht gleichzeitig gegen eine ‚neue zionistisch-amerikanische Verschwörung’ protestieren kann.“ (zit. n. Kloke 2001)
Bemerkungen zu den Folgejahren
Auf die Folgejahre möchte ich nur mehr mit einigen kurzen Bemerkungen eingehen, da der Schwerpunkt dieser Arbeit auf der Zwischenzeit der beiden dargestellten Bruchlinien liegt, also in der Zeit von den späten 60er bis zur Mitte der 80er Jahre. Dennoch sollen die Nachwirkungen dieser Zeit kurz Erwähnung finden.
Wie schon erwähnt, begann in den 80er Jahren ein Umdenken in der Linken zu nationalen Befreiungsbewegungen und zum Nahostkonflikt. Wichtige Stationen in der Thematisierung von linkem Antisemitismus waren ein Film von Rainer Werner Fassbinder, der mit antisemitischen Klischees spielte („Der Müll, die Stadt und der Tod“) und der Besuch von Ronald Reagan am 8. Mai 1985 in Bitburg. Helmut Kohl und Reagan besuchten am 40. Jahrestag der Kapitulation Nazideutschlands einen Soldatenfriedhof, auf dem unter anderem SS-Soldaten begraben liegen.  Dies geschah um allen gefallenen Soldaten des 2. Weltkriegs zu gedenken und die Versöhnung Deutschlands mit seiner Geschichte zu zelebrieren. „Gegen diesen Geschichtsrevisionismus demonstrierten fast ausschließlich jüdische Organisationen, während die deutsche Linke fast kollektiv durch Abwesenheit glänzte.“ (Hierlmeier 2002, 64)
Zu einem erneuten Aufflackern der antiimperialistischen Linken kam es während des Golfkrieges 1991. „Wieder hieß es ‚Nieder mit Imperialismus, Zionismus und Faschismus’“. (Später 2003, 251) Doch die Distanz zu den nationalen Befreiungsbewegungen war schon zu groß, als dass diese Position und diese Projektion des Konfliktes auf Israel zur allgemeinen Position werden konnten. Viele Linke distanzierten sich deutlich von dieser Interpretation des Konfliktes. „Die Wirklichkeit macht uns kein überzeugendes Angebot, Bush oder Saddam Hussein zum ‚Guten’ zu erklären, und die Geschichtsphilosophie, mit deren Hilfe wir uns hätten überreden können, es doch zu tun, ist abhanden gekommen. Wer ist im Libanon ‚der Gute’? Wer in Peru? Wer in Serbien?“ (zit. n. Später 2003, 251)  Was sich hier zeigt ist, dass die alten Erklärungsmuster des Konfliktes immer schwächer wurden und schließlich Minderheitenpositionen in der außerparlamentarischen Linken darstellten.
Zu dieser Zeit, also nach der deutschen Wiedervereinigung, bildete sich innerhalb der Linken eine neue Strömung heraus, die Antideutsche Linke. Diese kehrte das ehemalige Israelbild in das völlige Gegenteil um. Anstatt Israel zu Stigmatisieren und mit überzogenen, oft antisemitischen, Vorwürfen zu belasten, wurde Israel zu einer positiven Projektionsfläche. Der Nahostkonflikt wurde von antideutschen Gruppen immer wieder ausschließlich durch Antisemitismus erklärt. Es kam also zu einem entgegengesetzten Reduktionismus. „War früher Israel das Bollwerk des Kapitalismus und Imperialismus, so soll es heute eines des Kommunismus sein, waren die Zionisten früher das Krebsgeschwür, so sollen sie heute das Heilmittel sein“ (ebd. 254)
Doch auch die antideutsche Position blieb eine Minderheitenposition. Nach dem 11. September entzündete sich die Diskussion ein weiteres mal. Im darauf folgenden Afghanistankrieg und während des Irak-Kriegs, wie auch seit Beginn der 2. Intifada, traten die alten antiimperialistischen Interpretationsmuster wieder zu Tage, freilich in einer Minderheitenposition. Dagegen stellten sich die Antideutschen oftmals als Kriegsbefürworter. Beide Positionen sind jedoch in der heutigen Restlinken (besonders den undogmatischen Strömungen), nicht über den Stratus von Minderheitenpositionen hinaus gekommen.

Quellen:
Bruhn, Joachim (1988): Eine Abrechnung mit der antizionistischen Linken. In: iz3w 150

Dutschke, Rudi (1968): Die geschichtlichen Bedingungen für den internationalen Emanzipationskampf, in: Sievers, Rudolph (2004): 1968. Eine Enzyklopädie, Frankfurt am Main, S.252-262

Hierlmeier, Josef (2002): Internationalismus. Eine Einführung in die Ideengeschichte des Internationalismus – von Vietnam bis Genua, Stuttgart

Marx, Karl / Engels, Friedrich (1976): Werke. Band 1, Berlin/DDR

Meinhof, Ulrike (2004): Die Würde des Menschen ist antastbar. Aufsätze und Polemiken, Berlin

Neidhardt, Irit / Bischof, Willi (Hg.) (2000): Wir sind die Guten. Antisemitismus in der radikalen Linken, Münster

Reinders, Ralf / Fritsch, Ronald (1995): Die Bewegung 2. Juni. Gespräche über Haschrebellen, Lorenzentführung, Knast, Berlin

Revolutionäre Zellen (1991): „Gerd Albarus ist tot.“. Brief der „Revolutionären Zellen“, in: Neidhardt, Irit / Bischof, Willi (Hg.) (2000): Wir sind die Guten. Antisemitismus in der radikalen Linken, Münster

Rote Armee Fraktion (zitiert als RAF) (1997): Rote Armee Fraktion. Texte und Materialien zur Geschichte der RAF, Berlin

Später, Jörg (2003): „Kein Frieden um Israel“. Zur Rezeptionsgeschichte des Nahostkonflikts durch die deutsche Linke, in: BUKO (Hg.) (2003): radikal global. Bausteine für eine internationalistische Linke, Berlin, Hamburg, Göttingen

Tolmein, Oliver (2002a): „RAF – Das war für uns Befreiung“. Ein Gespräch mit Irmgard Möller über bewaffneten Kampf, Knast und die Linke, Hamburg

Tolmein, Oliver (2002b): Vom Deutschen Herbst zum 11. September. Die RAF, der Terrorismus und der Staat, Hamburg

Horkheimer, Max (1939): Die Juden und Europa, http://www.gabnet.de/68er/horkheimer-max-die-juden-und-europa.htm

Kloke, Martin (2002): Zwischen Scham und Wahn. Israel und die deutsche Linke 1945-2000, http://www.trend.infopartisan.net/trd0202/t190202.html

Lenin, Wladimir Iljitsch (1917): Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, http://www.marxists.org/deutsch/archiv/lenin/1917/imp/index.htm

Schmidinger, Thomas: Struktureller Antisemitismus und verkürzte Kapitalismuskritik, http://home.pages.at/lobotnic/oekoli/archiv/rad000319.html


31. August 2009 Hamas wirft UNO-Flüchtlingsorganisation "Kriegsverbrechen" vor

GAZA (inn) - Die Hamas im Gazastreifen bezichtigt die UNO-Flüchtlingshilfeorganisation UNRWA eines "Kriegsverbrechens". In einem offenen Brief an den UNRWA-Chef im Gazastreifen, John Ging, werfen Vertreter der Hamas der UNO-Behörde vor, eine Erwähnung des Holocaust in den Lehrplan für Achtklässler aufgenommen zu haben, obgleich der Holocaust eine "von den Medien vervielfältige Lüge und Erfindung der Zionisten" sei.
 
Rund 200.000 Flüchtlingskinder besuchen allein im Gazastreifen von der internationalen Gemeinschaft finanzierte UNO-Schulen. Im Nahen Osten unterhält die UNO das größte Erziehungssystem überhaupt für eine halbe Million Schüler im Libanon, in Syrien, Jordanien und in den palästinensischen Autonomiegebieten.
 
Ging wurde aufgefordert, das Thema Holocaust aus den Schulbüchern zu streichen, weil es bei den palästinensischen Schülern "Mitgefühl und Sympathie für die Leiden der Juden" zu erwecken drohe und sie so "verwirren könnte", hieß es in dem offenen Schreiben. Die so genannten Flüchtlingslager-Komitees der Hamas, die den Brief an Ging unterzeichnet hatten, lehnen es kategorisch ab, dass den Kindern "die Lügen der Juden" gelehrt würden. Der Holocaust sei kein historischer Fakt.
 
Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri wollte nichts zu der Kontroverse sagen, ob der Holocaust stattgefunden habe. Gleichwohl lehne es seine Organisation grundsätzlich ab, Angaben über den Holocaust in den Lehrplan aufzunehmen. "Denn das hat nur den Zweck, die Besetzung palästinensischen Territoriums zu rechtfertigen." Aus Sicht der Hamas wurde der Staat Israel auf palästinensischem Territorium errichtet und habe deshalb kein Existenzrecht.
 
UNRWA-Sprecher Chris Gunness erklärte auf Anfrage dieses Korrespondenten, dass Lehrplan und Schulbücher in UNO-Schulen vom jeweiligen Gastland, in diesem Fall von der Palästinensischen Autonomiebehörde in Ramallah, übernommen würden. Gleichwohl entwickle die UNRWA zusätzliches Lehrmaterial, um den Kindern auch Werte wie Menschenrechte, die der UNO wichtig seien, zu vermitteln.
 
"Dieser Lehrstoff wird in Diskussionsgruppen mit Eltern und Lehrern erarbeitet", sagte Gunnes. Die Aufregung der Hamas über die vermeintliche Erwähnung des Holocaust in Schulbüchern der UNO sei "verfrüht". Das Thema werde zwar diskutiert, aber es gebe noch keinen Beschluss, was am Ende aufgenommen werde. "Und solange keine Beschlüsse gefasst sind, können wir die Bücher auch nicht der Druckerei übergeben", sagte Gunnes. Von: U. Sahm


26. August 2009
Moral-Kampagne Hamas rüstet gegen die Lust von Juliane von Mittelstaedt, Jerusalem

juliane-von-mittelstädt

Der militärische Erfolg bleibt aus, so besinnt sich die Hamas auf ihre islamistische Agenda: Badehosenverbot für Männer, Massenhochzeiten für alle - und Propaganda gegen Verführungen. Wie angebliche Lust-Kaugummis aus Israel.
Wenn man wissen will, was man in der Hamas derzeit so denkt, ist Islam Schahwan ein guter Gesprächspartner. Schahwan ist Sprecher der Hamas-Polizei, und er kämpft nicht nur gegen das Verbrechen im Gaza-Streifen, sondern vor allem gegen den Verfall der Sitten. Und deshalb hält Islam Schahwan jetzt eine kartenspielgroße Pappschachtel mit Daumen und Zeigefinger, sein Beweisstück. Auf der Schachtel steht: "Lina Sex for Woman", daneben ist das verschwommene Foto einer Blondine in weißer Unterwäsche aufgedruckt und eine Telefonnummer mit der Vorwahl von Burma.
Der Hamas-Mann legt sie auf dem Tisch ab, mit dem Bild nach unten. In der Schachtel versammelt sich, wenn man Schahwan glaubt, alles Übel der Welt: 20 gelbliche Dragees, von denen der Hamas-Mann behauptet, sie enthielten stimulierende Substanzen. "Nach einer halben Stunde Kauen müssen Sie unbedingt Sex haben, sofort, mit allem, sogar mit dem Fernseher", sagt er, es ist ihm sichtlich peinlich.
"Diesen Kaugummi hat die israelische Regierung nach Gaza geschmuggelt, er sollte an Schüler und Schülerinnen verteilt werden, um unsere Gesellschaft zu zersetzen." Die Jugendlichen sollten mittels Sex gegen die Hamas aufgehetzt werden, so sieht er das, so lautet die offizielle Propaganda. Erst Bomben, dann Sex, für Schahwan ist das nur logisch.
"Aber wir konnten das Schlimmste gerade noch verhindern", sagt der Polizeisprecher und lehnt sich breitbeinig auf seinem Stuhl zurück. Die Ehre eines vom Kaugummi erregten Mädchens konnte gerettet werden, die vier angeblichen Kollaborateure sitzen jetzt im Gefängnis, ihnen drohen bis zu 25 Jahre Gefängnis. Insgesamt 40 Kilo Lust-Kaugummi hat Schahwan konfisziert und im Tresor des Polizeihauptquartiers weggeschlossen, sicher ist sicher.
Natürlich ist der Vorwurf absurd, Israel versuche, die Palästinenser zu einer Revolte der Lust anzustacheln. Aber so lächerlich die Geschichte ist: Sie zeigt, wie die Hamas sich, angesichts ausbleibender militärischer Erfolge, wieder auf die Umsetzung ihrer islamistischen Agenda besinnt. Es ist kein Zufall, dass die Hamas, ein Dreivierteljahr nach dem Luftkrieg der Israelis, nun wieder islamische Regeln strikter durchsetzt.
Moralische Entrüstung gegen sexuelle Freizügigkeit
Sex sells, das gilt auch für die Hamas: Es geht um Kontrolle, um die Demonstration von Macht und auch darum, die Gesellschaft auf ein neues Projekt einzuschwören. Sexuelle Manipulation durch Israel ist da ein guter Anlass, erfordert sie doch Widerstand. Moralischen Widerstand.
Am auffälligsten sind die neuen Verhüllungsgebote für Frauen. Anwältinnen müssen künftig Kopftuch und einen bodenlangen Mantel tragen. Schülerinnen, die zum Schulbeginn ohne Kopftuch und Mantel auftauchen, sollen vom Unterricht ausgeschlossen werden. Männliche Lehrer dürfen nur noch Jungs unterrichten, Frauen nur noch Mädchen. Hamas-Sprecher Islam Schahwan bestreitet, dass es diese Regeln gibt. "Sie sitzen doch auch hier ohne Kopftuch", sagt er lächelnd. "Das zeigt doch, wie tolerant wir sind."
Der Textilhändler Ijad Abu Kuwaik, 31, hat eine andere Geschichte zu erzählen. Normalerweise hätte er Mitte August bereits 400 neue Schuluniformen verkauft: knöchellanger Rock und weite Bluse aus Jeansstoff, das tragen die Schulanfängerinnen hier seit Jahren. "Aber in diesem Jahr habe ich keine einzige Uniform verkauft", sagt Abu Kuwaik. Stattdessen kaufen die Mütter jetzt schwarze, bodenlange Mäntel für ihre Töchter. "Wer weiter die Uniform anbietet, wird bedroht", sagt er. Aber das ist gar nicht nötig: Keine Mutter will mehr seine Jeansröcke, die Drohung der Hamas reicht.
Trägerlose Cocktailkleider für Zuhause
Abu Kuwaik sitzt auf einem Hocker in seinem Laden "Nice Dream", über seinem Kopf hängen kurze Faltenröckchen, trägerlose Cocktailkleider und durchsichtige Blusen mit Leopardenmuster, die er sich per Paketdienst aus Israel schicken lässt oder durch die Tunnel aus Ägypten. "Sachen für das Haus", sagt er, keine Frau käme im Gaza-Streifen auf die Idee, so auf die Straße zu gehen, das war auch schon vor dem Hamas-Putsch vor zwei Jahren so.
Neu ist jetzt allerdings, dass auch die Schaufensterpuppen nicht mehr leicht bekleidet auf der Straße stehen dürfen. Vor einigen Wochen waren ein paar bärtige Männer da, erzählt Abu Kuwaik, sie gaben sich als Moralwächter aus und drohten, er dürfe die kurzen Röcke und engen Blusen nicht mehr an seinen Schaufensterpuppen vor dem Laden ausstellen. "Bei meinem Bruder haben sie eine Schaufensterpuppe mit kurzem Rock einfach mitgenommen", sagt Abu Kuwaik und lacht. "Was die jetzt wohl damit machen?"

Orthopädische Strümpfe verdrängen Dessous
Auch der Unterwäschehändler Sami Sainuddin musste sein Schaufenster umdekorieren. Fotos von Frauen mit nackter Haut sind nicht mehr erlaubt, auch keine Dessous. Im Schaufenster hängen jetzt wadenlange Baumwollnachthemden und orthopädische Strümpfe. Nichts, weshalb die Frauen in Scharen in seinen Laden strömen würden. "In den vergangenen Wochen sind die Männer fast täglich zur Kontrolle gekommen", sagt Sainuddin. Sein einziger Trost: Zurückgegangen ist der Umsatz bisher nicht.
Auch am Strand, dem einzigen Ort, an dem sich die Menschen von Gaza öffentlich etwas leichter bekleidet zeigen konnten, ist jetzt Zucht und Ordnung eingekehrt. Die Frauen waten ohnehin schon seit Jahren mit schwarzen Mänteln ins Wasser, darunter oft Ganzkörper-Badeanzüge. Aber jetzt sind auch die Männer dran, zumindest alle über 16 Jahre.
Wen er mit Shorts am Strand erwische, den verwarne er, sagt Taufik al-Nahl, der behauptet, ein Polizist in Zivil zu sein. Jeden Tag kontrolliere er einen anderen Strand, an diesem Tag ist der Hauptstrand von Gaza-Stadt dran, dort wo die Hotels sind und die Fischrestaurants.
Bademeister wacht über Moral und Anstand
Nahl sitzt auf dem Turm des Bademeisters, und während dieser über Leben und Tod wacht, wacht er über den Anstand. "Seit April gelten die neuen Regeln", sagt der Moralwächter. Offiziell? "Ja, ganz offiziell, ich habe das auf Papier stehen", versichert er. Und grinst: "Wir sind sehr erfolgreich. Zum Sommeranfang gab es Tausende Leute, die sich nicht daran gehalten haben. Jetzt sind es nur noch ein paar."
Bei der Kleidung hört die Moral-Kampagne der Hamas aber nicht auf. Es geht auch um einen islamisch gefälligen Lebensstil, und zu dem gehört die Hochzeit. Und so fördert die Hamas derzeit im ganzen Gaza-Streifen Massenhochzeiten, bei denen Hunderte Paare gleichzeitig verheiratet werden. Die größte Massenhochzeit mit 450 Paaren fand Ende Juli im Flüchtlingslager Dschabalija statt, und Ijad al-Busm von der Hamas-Medienabteilung hat sie organisiert.
Hamas-Führer Mahmud al-Sahar hielt die Rede, es gab Blumenketten, traditionellen Tanz und Gesang. Nur die Frauen durften nicht dabei sein, sie wurden vertreten von kleinen Mädchen in weißen Brautkleidern.
Heiraten, um den Krieg zu vergessen
Jeder, der sich für die Hochzeit registrierte, sollte 500 Dollar bekommen und ein paar Küchenutensilien. "Wer eine Witwe heiratet, bekommt noch ein paar Dollar mehr", sagt der Hochzeitsplaner. "Unsere Jugendlichen leiden, viele sind verletzt und traumatisiert, sie haben keine Arbeit, deswegen wollen wir sie verheiraten, damit sie den Krieg vergessen, Familien gründen."
Vor allem auch, damit sie keine Drogen nehmen, nicht tablettenabhängig werden, denn Frauen kontrollieren ihre Männer; und auch, damit es nicht zu viele unverheiratete Frauen im Gaza-Streifen gibt, denn das schafft Unruhe. Zudem soll der politische Frust umgelenkt werden in Familienleben, wer Frau und Kinder hat, der rebelliert nicht so schnell. Busm nennt es lieber "zivilen Widerstand": "Wir zeigen den Israelis, dass wir den Willen zum Überleben haben, dass wir nicht klein beigeben."
Bei den Massenhochzeiten werden Paare verheiratet, die sich eine Hochzeit sonst nicht leisten könnten, oder Paare, die sich sonst nie gefunden hätten. Viele dieser Hochzeiten sind arrangiert, die Hamas bringt Witwen, Waisen und Invaliden unter die Haube, Dauer-Singles, Hässliche und Beinlose, verdiente Kämpfer und traumatisierte Kriegsopfer.
500 Dollar für eine Braut
Mohammed Wadi zum Beispiel, 23 Jahre alt, seit fünf Jahren teilweise gelähmt, weil eine israelische Kugel ihm in den Hals schlug. Im Krieg im vergangenen Winter wurde er nochmals verletzt, Schrapnelle zerfetzten sein Bein. Wadi erzählt, die Hamas-Männer hätten ihn vor ein paar Monaten angesprochen, ihn gedrängt zu heiraten. Sie versprachen 500 Dollar und Wadis Mutter stimmte zu, 500 Dollar kann man nicht ausschlagen.
Die Hamas-Männer schlugen eine Braut vor, die Mutter begutachtete sie beim Kaffee, Wadi sah sie zur Hochzeit Ende Juli zum ersten Mal. Wie er sie findet? Er lacht unsicher. Dann betritt seine Frau das Zimmer, sie trägt einen geblümten Kittel, pinke Badelatschen und Nikab, den Gesichtsschleier. Mohammed Wadi behauptet, seine Frau sei nur fünf Jahre älter als er, aber sie sieht älter aus als seine Mutter. Ob er wenigstens das Geld bekommen habe? Er schüttelt den Kopf. "Nur ein paar Gläser und Schüsseln."


25 | 08 | 2009

Schülerinnen im Gazastreifen dürfen keine Jeans mehr tragen
Im Gazastreifen sind zu Beginn des neuen Schuljahres die Kleidervorschriften für Schülerinnen der Oberstufe verschärft worden. Danach dürfen junge Frauen weder Jeans noch Jeansröcke tragen, sondern nur noch langärmlige lange Umhänge (Dschilbab) und weisse Kopftücher. Wer sich nicht an die neuen Vorschriften hielt, durfte die Schulgebäude nicht betreten. Ein Sprecher der Bildungsbehörde wies in Gaza Berichte zurück, wonach die im Gazastreifen herrschende Hamas-Organisation die neuen Vorschriften offiziell angeordnet habe. Die neue Kleiderordnung führte zu Protesten und Tränen. «Wir können nicht akzeptieren, nichts ausser dem Dschilbab zu tragen, weil das unsere Kindheit kaputt macht und wir aussehen wie alte Frauen», sagte die 16-jährige Salwa.


22 | 08 | 2009

Aktion gegen Hass-Propaganda in palästinensischen Schulen
Zwei Schweizerinnen sammeln Unterschriften, um sie dem Aussendepartement von Micheline Calmy-Rey zu überreichen. Sie wollen die „systematische Erziehung von Kindern zum Hass gegen Israel und gegen die gesamte westliche Welt" stoppen.

Eine Studie unter Teenagern in Gaza habe ergeben, dass 36% der Knaben und 17% der Mädchen Selbstmordattentäter werden wollten, schreiben Béatrice Bisang und Lea Plüss. Die beiden langjährigen Israel-Reisenden sammeln Unterschriften mit dem Ziel, dass die Aufrufe zu Hass und Gewalt im palästinensischen Bildungswesen aufhören. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA soll der Hasspropaganda energisch entgegentreten.
„Kinder um ihre Kindheit betrogen"

Jahr für Jahr lasse die Schweiz viele Millionen Franken in die Palästinensergebiete fliessen, heisst es im Protestbrief. „Damit unterstützen wir Steuerzahler ein Erziehungswesen, welches Menschen verachtend ist und unseren Werten zutiefst widerspricht."

Der Religionslehrerin Lea Plüss (61), die seit 1984 nach Israel reist, liegen die Kinder auf beiden Seiten des Konflikts am Herzen, wie sie gegenüber Livenet betont. Die Hass-Propaganda führe dazu, dass palästinensische Kinder um ihre Kindheit betrogen würden.
Pervertiertes Kinder-TV

Die Kinder würden in den Schulen, in Camps und über das TV-Kinderprogramm zum Hass gegen Israel angehalten, schreiben die beiden Initiantinnen der Unterschriftensammlung. Selbstmordanschläge würden verherrlicht. Das palästinensische Fernsehen habe kürzlich die Kinder einer Selbstmordattentäterin ins Studio eingeladen, wo diese sich die Live-Inszenierung des Anschlags ihrer Mutter ansehen mussten.

Den Hass auf den Westen mitfinanzieren?
Plüss und Bisang fordern den Bund auf, die Gelder für die Palästinensergebiete zu stoppen, „solange dort in den Schulen und am Fernsehen unschuldige Kinder zum Hass gegen Israel und gegen den Westen und damit auch gegen uns aufgerufen werden".

Die Ende Juli in der Schweiz lancierte Aktion wurde von der deutschen Gruppe Honestly Concerned aufgenommen. Sie soll im September abgeschlossen werden. Lea Plüss und Béatrice Bisang wollen die Bögen danach dem EDA übergeben.


20 | 08 | 2009

Die Hamas sei »säkular«, schimpfte der Prediger, sie müsse endlich beginnen, »die islamischen Gesetze anzuwenden«, statt sich »hinter dem Islam zu verstecken«. Diese recht eigenwillige Interpretation der islamistischen Herrschaft über den Gaza-Streifen stammt von Abdel-Latif Moussa, dem Führer der Jund Ansar Allah (Armee der Helfer Gottes), einer al-Qaida nahestehenden Gruppe. In der vergangenen Woche sagte Moussa bei der Freitagspredigt in seiner Moschee in Rafah, Gaza werde »wiedergeboren« als »Islamisches Emirat, loyal zu Ussama bin Laden«. Zu diesem Zeitpunkt hatten Milizionäre der Hamas die Moschee bereits umstellt, bei den anschließenden Kämpfen wurden 24 Menschen getötet, unter ihnen Moussa, ein hoher Kommandant der Hamas und sechs Zivilisten.
Auch mit anderen Islamisten will die Hamas die Macht nicht teilen, schon gar nicht, wenn sie so dreist sind, die Herrschaft zu beanspruchen. Vermutlich um möglichst viele Anhänger Moussas auf einmal zu erwischen, hatte die Hamas das Freitagsgebet abgewartet, obwohl dies ein in religiöser Hinsicht fragwürdiges Verfahren ist, das, hätte Israel es angewendet, zweifellos internationale Proteste hervorgerufen hätte. Die Jund Ansar Allah gehört zu den jihadistischen Gruppen, die nicht unter der Kon­trolle der Hamas stehen. Diese Gruppen werden unter anderem für Anschläge auf Internetcafés und andere tugendterroristische Maßnahmen verantwortlich gemacht, die sogar der Hamas zu weit gehen. Überdies will die Hamas den Gang der Dinge in der Konfrontation mit Israel allein bestimmen, derzeit agiert sie zurückhaltend, weil sie auf eine diplomatische Anerkennung ihrer Herrschaft über den Gaza-Streifen hofft. Ein solches Taktieren gilt al-Qaida, die bereits früher die Hamas wegen ihrer mangelnden Konfrontationsbereitschaft kritisierte, als Verrat. Die Hamas hat nun ihr Monopol auf den Jihad vorläufig gesichert.   js


18. August 2009
Kritik an Einschränkung der Pressefreiheit

Nach Kämpfen mit Salafisten Zutritt zu Rafah und allen Krankenhäusern gesperrt

Paris/Wien - Die Menschenrechtsorganisation "Reporter ohne Grenzen" (RSF) hat die radikalislamischen Machthaber im Gaza-Streifen der Einschränkung der Medienfreiheit beschuldigt. Seit vergangenem Freitag dürften weder ausländische noch palästinensische Journalisten die Grenzstadt Rafah besuchen, berichtete RSF am Dienstag in einer Aussendung mit. Die vom Innenministerium verkündete Sperre gelte auch für sämtliche Krankenhäuser im Gaza-Streifen.
Das unter Kontrolle der radikal-islamischen Hamas stehende Innenministerium habe diesen Beschluss angeordnet, nachdem es bei Auseinandersetzungen zwischen der Regierung und der bewaffneten salafistischen Gruppe "Jund Ansar Allah" in der Stadt Rafah zu mehr als 20 Toten und 112 Verletzten gekommen war. "Wieder einmal demonstriert das von der Hamas geführte Innenministerium seinen Wunsch nach Nachrichtenkontrolle im Gazastreifen", kritisierte RSF. "Wieder einmal werden Journalisten machtlos gemacht, damit die Regierung keine Verantwortung für ihre Rolle in gewalttätigen Auseinandersetzungen übernehmen muss."
Schon kurz nach Beginn der Kämpfe zwischen Hamas-Sicherheitskräften und der religiösen Gruppierung in der Ibn Taymiyya Moschee seien Fernseh- und Fotojournalisten aus der Gegend vertrieben worden, berichtete ein AFP-Reporter laut RSF. Der staatliche Sicherheitsdienst habe auch das Redaktionsbüro der britischen Nachrichtenagentur "Reuters" in Gaza City gestürmt, nachdem diese einen Film von den Ausbrüchen der Gewalt veröffentlicht hatten. (APA)


› 30.07.09 | Außenministerium des Staates Israel
Militäroperation im Gazastreifen war notwendig und verhältnismäßig

Die israelische Regierung hat gestern einen ausführlichen Bericht zur israelischen Militäroperation im Gazastreifen vom Dezember 2008 – Januar 2009 vorgestellt. Das 160 Seiten umfassende Dokument erörtert eine Reihe von Sach- und Völkerrechtsfragen im Zusammenhang mit der Operation und beschreibt detailliert deren Kontext: Vor dem israelischen Militäreinsatz waren israelische Zivilisten jahrelang den Raketen- und Mörserangriffen der Hamas ausgesetzt gewesen.

Die wichtigsten Punkte des Berichtes sind:

1. Israel hat sowohl die Verantwortung als auch das Recht, seine Bevölkerung vor Angriffen zu schützen. Es ist dieser Verantwortung unter Einhaltung des Völkerrechtes nachgekommen.

2. Acht Jahre lang hat die Hamas absichtlich israelische Zivilisten mit Tausenden von Raketen und Mörsergranaten beschossen. Durch Raketen mit größerer Reichweite war die Hamas Ende 2008 in der Lage, eine Million israelische Zivilisten zu bedrohen, darunter 250 000 Schulkinder.

3. Als die Hamas ihre Angriffe auf israelisches Territorium verschärfte, musste Israel handeln. Jede Nation hat das Recht und die Pflicht, seine Bürger zu schützen.

4. Völkerrecht gibt Israel das Recht, seine Bürger zu schützen. Dieses Recht hat Israel im Rahmen der Gesetze ausgeübt.

5. Die Operation im Gazastreifen war eine sowohl notwendige als auch verhältnismäßige Antwort auf die Angriffe der Hamas.

6. Der Tod von Zivilisten, Verletzungen und Zerstörungen sind tragisch, stellen jedoch nicht notwendigerweise eine Verletzung von Völkerrecht dar. Israel hat die Prinzipien von Verhältnismäßigkeit und Unterscheidung anerkannt und angewandt, indem es ausschließlich militärische Ziele angegriffen und noch nie dagewesene Anstrengungen unternommen hat, zivilen Schaden zu vermeiden.

7. Die Taktiken der Hamas stellen eine grobe Verletzung von Völkerrecht dar. Die Terrororganisation Hamas hat die Bevölkerung von Gaza absichtlich in Gefahr gebracht, indem sie die Bürger als menschliche Schutzschilde missbraucht, Raketen aus dichtbesiedelten Orten abgefeuert und ganze Stadtviertel vermint hat.

8. Israel hat sich dazu verpflichtet, jeder legitimen Anschuldigung gegen seine eigenen Soldaten nachzugehen. Es wurden bereits ausführliche Untersuchungen durchgeführt, die ziviler Überprüfung unterliegen. Israels Untersuchungssystem ist international als unabhängig und sorgfältig anerkannt, den Standards einer transparanten westlichen Demokratie entsprechend.

Den gesamten Bericht finden Sie in englischer Sprache hier: http://bit.ly/Gaza.Op


› | 29. Juli 2009 | Wegen Handy: Tochter erschlagen

Weil sie ein Mobiltelefon besaß, hat ein Palästinenser seine 27-jährige Tochter mit einer Eisenkette erschlagen. Der Mann stellte sich anschließend selbst den Behörden in Gaza, wie Menschenrechtsgruppen am Mittwoch mitteilten. Die drei Brüder des Opfers, einer geschiedenen Mutter von fünf Kindern, seien ebenfalls in Haft genommen worden. Der Vater habe seine Tochter verdächtigt, über das Mobiltelefon mit einem fremden Mann in Verbindung zu stehen, hieß es. Es war in diesem Jahr bereits der zehnte sogenannte Ehrenmord in palästinensischen Familien in Israel und den Autonomiegebieten.


› | 28.07.2009 | Operation Cast Lead and the Ethics of Just War
By Asa Kasher


› 21.07.2009 Der Einsatz der Armee gegen jüdische Siedler ist in Israel nicht unumstritten: Generalstabschef Gabi Ashkenazi hat mehrmals betont, dass er bei Räumungen in der ersten Reihe lieber Polizisten sehen würde, die für derartige Aufgaben ausgebildet wurden.


› 20.07.2009 Der jüdische Autor Ralph Giordano kritisiert die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Felicia Langer. Er bezeichnete die israelische Anwältin als „schrillste Anti-Israel-Fanfare in Deutschland“.

"Niemand hat in den letzten 25 Jahren mit einer an Blindheit grenzenden Einseitigkeit Israel mehr geschadet als diese angebliche Menschenrechtsanwältin“, teilte Ralph Giordano am Montag in Köln mit. Langers Lebensleistung bestehe in einer „notorischen Täuschung ihres Publikums über Totalität und Kausalität des Nahostkonfliktes“.


› | 18.07.2009 | Florian Rötzer
Möglicherweise um den Druck auf die Regierung abzuwenden, brachte der Geheimdienstminister Gholam Hossein Mohseni Ejeie eine neue Version der Verschwörung aus dem Ausland ins Spiel. Der "Außenseiter" Ahmadinedschad ist in weiten Teilen der Bevölkerung nicht mehr gut angesehen, weil er seine Versprechen, die Korruption zu bekämpfen und die Wirtschaft voranzubringen, nicht einhalten konnte und dafür lieber den Konflikt mit dem Ausland suchte. Auch große Teile des Establishments des Mullah-Regimes, wozu neben Rafsadschani und Mussawi auch die beiden anderen Präsidentschaftskandidaten zählen, sind gegen Ahmadinedschad und versuche vor allem, Einfluss auf die Nachfolge von Khamenei zu erhalten, des obersten geistlichen Führers des Iran. Wer diese Stelle einnimmt, hat die Macht in Händen, zumindest so lange der Mullah-Staat noch Bestand hat. Daran wollen Mussawi und Co. nichts ändern, es könnte nur sein, dass die Konflikte zwischen den Eliten auch die Grundlagen der Islamischen Republik untergraben.

Nun also heißt es aus der bedrohten Regierungsecke heraus nicht nur, dass die Proteste gegen die Wahl vom Ausland aus gesteuert gewesen waren, es sei auch geplant gewesen, einen Anschlag auf Ahmadinedschad auszuführen. Und dazu sollen sich auch noch israelische Agenten mit den Volksmudschaheddin (MKO) zusammen getan haben.



„Hamaswood“ statt Hollywood


Spielfilme als Möglichkeit, gegen die israelische Herrschaft zu kämpfen: Die radikal-islamische Hamas heizt mit ihrem ersten Blockbuster Vorbehalte zwischen den Volksgruppen an. Eines aber fehlt: ein Kino.

Wie überall auf der Welt war bei der Filmpremiere die örtliche Prominenz anwesend und setzte sich lächelnd für die Fotografen in Szene. Das war allerdings schon die einzige Parallele zwischen dem Termin der Hamas in Gaza und ähnlichen Veranstaltungen in Hollywood: Der erste Spielfilm der radikal-islamischen Organisation – ein Actionstreifen über einen bekannten Hamas-Aktivisten – wurde mit einem Budget von umgerechnet nur 140 000 Euro gedreht, und die Zuschauer saßen züchtig nach Geschlechtern getrennt vor der Leinwand.

„Das ist Hamaswood statt Hollywood“, sagte Fathi Hamad, der palästinensische Innenminister im Gazastreifen, nach der Premiere in der Islamischen Universität. „Wir versuchen, qualitativ hochwertige Kunst zu machen, die islamisch ist und sich um den Widerstand dreht, ohne (sexuell) provokative Szenen.“ Hamad hat „Emad Akel“ produziert; das Drehbuch stammt von Mahmud Sahar, einem Führungsmitglied der Hamas. Neben seiner Arbeit als Arzt hat Sahar bereits drei Romane und zwei Drehbücher veröffentlicht.

Im Mittelpunkt des zweistündigen Films, der der erste Hamas-Blockbuster werden soll, steht Emad Akel, ein Kommandeur des militärischen Flügels der Hamas, der 1993 bei einem Gefecht mit israelischen Soldaten im Gazastreifen getötet wurde. Der damals 23-Jährige war wegen seiner zahlreichen Verkleidungen unter dem Namen „der Geist“ bekannt: Er hatte sich unter anderem erfolgreich als jüdischer Siedler ausgegeben. Anfang der 90er-Jahre stand Akel ganz oben auf der Liste gesuchter Palästinenser in Israel, weil er an der Ermordung von elf israelischen Soldaten, eines Zivilisten und eines palästinensischen Informanten bei verschiedenen Angriffen beteiligt gewesen soll.

Amateurschauspieler und viel Action

An Action mangelt es in „Emad Akel“ nicht. Der Hauptdarsteller schießt häufig in James-Bond-Manier aus Autos heraus auf israelische Soldaten, was beim Premierenpublikum jedes Mal für lauten Applaus sorgte. Auf die bei westlichen Helden übliche Romanze muss Akel allerdings verzichten, und die weiblichen Schauspieler sind ausnahmslos in langen Gewändern und mit Kopftüchern zu sehen.

Was die dargestellten Israelis angeht – darunter zahlreiche Soldaten, der damalige Ministerpräsident Jitzchak Rabin und sein Generalstabschef Ehud Barak, heute Verteidigungsminister – setzt der Hamas-Streifen auf Schablonen und Stereotype. Rabin schnauzt einen unfähigen Barak häufig an, weil dieser die Hamas-Kämpfer nicht stoppen kann. Israelische Soldaten scheinen grundsätzlich zu schlafen, und schmierige Gestalten versuchen, Palästinenser zur Kollaboration zu bewegen, indem sie ihnen Frauen und Alkohol anbieten. Die Schauspieler, die Israelis darstellen, sprechen Hebräisch mit deutlichem arabischen Akzent, zu ihren Dialogen gibt es Untertitel in Arabisch.

Alle Darsteller sind Amateurschauspieler aus Gaza, darunter auch Mohammed Abu Rus, der Rabin spielt und diesem überraschend ähnlich sieht. Mit seiner Rolle habe er seinem Land dienen wollen, erklärte der 57-jährige Schreiner.

Gedreht wurde „Emad Akel“ in zehn Monaten, und die Hamas hofft, dass ihre Produktionsstätten eines Tages eine riesige Medienstadt werden. Derzeit besitzt die Organisation einen in Gaza ansässigen Satelliten-Fernsehsender, einen Radiosender und zahlreiche Nachrichten-Websites. Zwei Tageszeitungen stehen mit der Hamas in Verbindung, außerdem geben die radikalen Palästinenser einen eigenen Newsletter heraus. Den Wachstumsplänen im Filmgeschäft versetzt die Isolation des Gazastreifens seit der Machtübernahme der Hamas allerdings einen Dämpfer.

Blockbuster ohne Kino

Außerdem gibt es im Gazastreifen kein einziges Kino, und „Emad Akel“ wird in einem Kulturzentrum zu sehen sein. Die Kinos wurden mit Beginn der ersten Intifada Ende der 80er Jahre geschlossen. Unterhaltung sei in Zeiten des Kampfs unpassend, hatten die Aktivisten in den Autonomiegebieten damals argumentiert. Inzwischen ist Sahar der Meinung, Spielfilme seien eine Möglichkeit für die Palästinenser, gegen die israelische Herrschaft zu kämpfen. „Widerstand kann ein Wort, ein Gedicht sein“, sagt der literaturbegeisterte Mediziner.


› | 13. Juli 2009 | Gesetzesvorschlag für Internetzensur abgelehnt

Von: J. Schumacher
JERUSALEM (inn) - Der Rechtsausschuss der Knesset hat am Donnerstag einen Gesetzesvorschlag zur Kontrolle des Internet abgelehnt. Der Abgeordnete Amnon Cohen von der religiösen Partei Schas wollte erreichen, dass Internetanbieter ihren Kunden "ungeeignete" Webseiten sperren können.
 
Webseiten mit Pornographie, Gewalt oder Glücksspielen sollten die Provider als "ungeeignet" einstufen können, so Cohen. Die Kunden hätten daraufhin diese Seiten auf Wunsch sperren lassen können.

Nur ein Mitglied des Ausschusses, der Minister für religiöse Angelegenheiten, Jakov Margi (Schas), stimmte dafür, dass der Vorschlag an die Knesset weitergeleitet wird. Die restlichen sieben Minister lehnten den Gesetzesvorschlag ab.

Verschiedene Rechtsexperten hatten gegen den Vorschlag protestiert, da nach ihrer Meinung ein solches Gesetz dem Recht der israelischen Bürger auf freie Information sowie die Privatsphäre eingeschränkt hätte. Ein Knackpunkt des Vorschlages war, dass über die Kriterien, welche Webseiten "geeignet" seien und welche nicht, allein das Ministerium für Kommunikation entschieden hätte.

Auf der Webseite des Sozialen Netzwerkes Facebook hatten Nutzer eine hebräischsprachige Gruppe namens "Ich bin auch gegen das Gesetz zur Zensur von Webseiten" gegründet. Dort hatten sich über 200 Mitglieder eingetragen, berichtet die israelische Tageszeitung "Jerusalem Post".


› | Yedioth Ahronot | 08.07.09 |

Sie wollen keinen Staat
Von Sever Plocker

Wollen die Palästinenser einen Staat? Diese Frage klingt provokant. Ist es nicht völlig klar, dass die palästinensische Nationalbewegung ihre Ziele durch die Gründung eines palästinensischen Staates zu verwirklichen hofft? Ist es nicht völlig klar, dass das Ethos politischer Souveränität die Träume und Kämpfe des palästinensischen Volkes seit Ewigkeiten leitet?

Nein. Es ist keineswegs völlig klar.

Mehr und mehr Nahostforscher sind heutzutage bereit, die Frage, ob die Palästinenser einen Staat wollen, mit einem „Nein“ zu beantworten. Einige von ihnen bieten ein zögerliches „Nein“, andere ein entschiedenes „Nein“.

In einem New York Review of Books-Artikel vom 11. Juni argumentieren die beiden bekannten Experten Hussein Agha und Robert Mally wie folgt: „Anders als beim Zionismus, für den die Staatlichkeit das zentrale Ziel war, ging der palästinensische Kampf hauptsächlich um andere Dinge…. Heute ist die Idee palästinensischer Staatlichkeit lebendig, aber vorwiegend außerhalb Palästinas… Eine kleine Fraktion, vor allem Mitglieder der Elite der Palästinensischen Autonomiebehörde, haben den Punkt vom Aufbau staatlicher Institutionen erkannt, ein Interesse daran gehabt und sind ans Werk gegangen. Für die Mehrheit jedoch hätte diese Art von Projekt ihren ursprünglichen politischen Anliegen nicht ferner liegen können…“

Die beiden Experten resümieren, dass die Vorstellung eines palästinensischen Staates als ausländischer Import wahrgenommen wird und als praktische Abflussmöglichkeit für ausländische Elemente, die mit den eigenständigen Wünschen des palästinensischen Volkes in Konflikt geraten. Sie verweisen auf die „Transformation des Konzepts palästinensischer Staatlichkeit vom mehr Revolutionären zum mehr Konservativen hin“. Darüber hinaus argumentieren Agha und Malley, dass in der Vergangenheit Yassir Arafat, als er die Schaffung eines palästinensischen Staaten befürwortete und sogar mit der Deklaration seiner Gründung drohte, keinen eindeutigen Standpunkt bezogen und seine Absichten nicht klar gemacht hat. Seit Arafats Tod hat die Vorstellung von Staatlichkeit die übrige öffentliche Unterstützung, die sie besaß, verloren.

Die Botschaft dieses Artikels ist höchst kommensurabel mit dem Argument, das Benny Morris, der führende Historiker des arabisch-israelischen Konflikts, in seinem neuen Buch präsentiert. Das Buch mit dem Titel „Ein Staat, zwei Staaten“ (Yale University Press 2009) beschreibt ausführlich die Vorstellung von „zwei Staaten für zwei Völker“, beginnend mit der Frühzeit des Zionismus bis heute. Das Resümee lautet wie folgt: Die Palästinenser haben sich nie die Vorstellung eines unabhängigen und souveränen palästinensischen Staates, der neben Israel existiert, zu Eigen gemacht, ohne Bezug auf seine Grenzen; in ähnlicher Weise haben die Palästinenser die Vorstellung eines gemeinsamen binationalen Staates zurückgewiesen.

Nach einer Analyse der offiziellen Dokumente von Fatah, PLO und der Palästinensischen Autonomiebehörde sowie von Stellungnahmen palästinensischer Führer, kommt Prof. Morris zu dem Schluss, dass die palästinensische Nationalbewegung Palästina von Anfang an in Ganzheit als arabischen und muslimischen Staat betrachtet hat.

Arafat war der einzige prominente palästinensische Führer, der seine ursprüngliche Position modifiziert und auf eine „Zwei-Staaten-Lösung“ gehofft zu haben scheint. In seinem Brief vom 9. September 1993 an Yitzhak Rabin anerkannte der Vorsitzende Arafat das Recht des Staates Israel, in Frieden und Sicherheit zu existieren. Doch waren dies, argumentiert Morris, leere Worte, geschrieben nur zum Zweck der Unterzeichnung der Osloer Verträge.

In der Praxis blieb Arafats Position zur Frage der palästinensischen Teilung vage und oszillierend, während er jedes konkrete Teilungsabkommen zurückwies, einschließlich des Formats, das der frühere US-Präsident Clinton in Camp David vorschlug. Dies könnte als palästinensische Widerwilligkeit gegenüber einer Verwirklichung ihrer Souveränität in jeglicher akzeptabler Form interpretiert werden (und ist von Morris in der Tat so interpretiert worden). Mittlerweile ist dies von der völligen Zurückweisung Israels und einer jüdischen Präsenz in Palästina durch die Hamas komplementiert worden.

Der Artikel von Agha und Malley, assoziiert mit der Linken, und Morris’ Buch, assoziiert mit der Rechten, vermitteln einen tiefen Pessimismus. Die Palästinenser werden nicht darin einwilligen, das Land entweder aufzuteilen oder mit jemandem zu teilen. Sie hängen weiter an ihrem revolutionären Traum von der „nationalen Befreiung“, und bis diese unrealistische Befreiung Wirklichkeit wird, ziehen sie es vor, eher als nationale denn als politische Einheit zu existieren; eine, die keine Verpflichtungen hat und immer als Opfer dasteht, in ihren eigenen Augen und in den Augen der Welt.

Wir, die wir hier in einer beunruhigenden Realität fern von Lösungen leben, können nur hoffen, dass die Experten falsch liegen.


› | 06.07.09 | Johannes Gerloff | Bei einem israelischen Luftangriff auf den Iran würden die USA Israel wahrscheinlich nicht hindern. Das geht aus den Worten von US-Vizepräsident Joe Biden hervor.
Grünes Licht für Militärschlag gegen Teheran?
Amerika wird Israel nicht an einer Militäraktion gegen den Iran hindern. Das stellte Joe Biden am Sonntag in einem Interview mit dem Fernsehsender ABC-News klar. Wörtlich meinte der US-Vizepräsident gegenüber dem ABC-Chefkorrespondenten George Stephanopoulos: „Israel hat das Recht, seinen eigenen Weg im Blick auf die Nuklearbedrohung durch den Iran festzulegen, ganz unabhängig davon, was die Obama-Administration tun wird.“ Als der Journalist nachhakte, unterstrich der Politiker: „Israel kann selbst bestimmen – es ist eine souveräne Nation – was in seinem Interesse ist und was es dem Iran und jedem anderen gegenüber tun will.“


› | 06.07.09 | Haaretz |
Hamas-Sittenwächter am Strand von Gaza
Die Bewohner des Gaza-Streifens leiden zunehmend unter der islamistischen Gängelung durch die Hamas. Am Wochenende ist eine palästinensische Journalistin am Strand von Gaza von zwei Sicherheitskräften der Hamas in Zivil gestoppt worden, weil sie ohne Kopftuch unterwegs war. Die Männer warfen ihr  zudem vor, „laut gelacht“ und sich ohne männliche Begleitung gezeigt zu haben.

Die Journalistin, Asma al-Ghul, die für die palästinensische Tageszeitung Al-Ayam schreibt, wurde erst freigelassen, nachdem sie mit einer Kontaktperson in der Hamas-Regierung telefoniert hatte; ihr palästinensischer Pass wurde ihr jedoch abgenommen. Nach Todesdrohungen hat sie nun Angst, ihr Haus zu verlassen.

Dies ist nicht das erste Mal, dass sich Sicherheitsleute der Hamas um die Einhaltung des palästinensischen Sittegesetzes bemühen. Bereits mehrmals wurde berichtet, wie sie sich an den Stränden des Gaza-Streifens auf die Jagd nach unverheirateten Paaren machen, die gegen die Sittlichkeitsregeln verstoßen. Auch Alkoholkonsum wird rigide verfolgt. Selbst in Hotels, in denen sich internationale Gäste aufhalten, spürt die Hamas unverheiratete Paare auf.

Die Hamas-Regierung leugnet offiziell, dass sie die Einführung der Sharia betreibt, praktisch wird das islamische Recht vor Ort aber immer mehr durchgesetzt.


› | 19. juni 2009 | doch netanjahus palästinenserstaat soll ein ›bantustan‹ sein – ohne kontrolle über seine aussengrenzen, ohne lufthoheit, ohne bündnisfreiheit und ohne armee –, ein appell an die dummheit und ein affront gegenüber den palästinensern genauso wie gegen obamas initiative. | günther dreschner in junge freiheit nr. 26/09


› | 18. Juni 2009 | Fortsetzung zu "Fitna" über Israel geplant
DEN HAAG (inn) - Der niederländische Politiker Geert Wilders will eine Fortsetzung zu seinem Film "Fitna" drehen. Darin soll unter anderem Israel eine große Rolle einnehmen.
 
In dem 15-minütigen Film "Fitna" (Arabisch für "Glaubensspaltung") stellte Wilders Filmaufnahmen der größten islamischen Terroranschläge Koranversen gegenüber. Als der Film vor rund einem Jahr veröffentlicht wurde, befürchteten niederländische Sicherheitsexperten Gewaltausbrüche der Moslems. Diese trafen jedoch nicht im erwarteten Maße ein. Neben zahlreichen Protesten entstanden drei Filme, die einen Kontrapunkt zu "Fitna" setzen wollten.

So wie der Film im ersten Teil den "Völkermord-ähnlichen Antisemitismus in der muslimischen Welt" herausgestellt habe, sagte Wilders, solle der zweite Teil zeigen, wie die "Zwänge der Islamisierung auf Israel" abzielten, "um dort eine freie Gesellschaft zu behindern". Wie die Tageszeitung "Ha´aretz" berichtet, sei der Vorsitzende der niederländischen "Partei der Freiheit" (PVV) ein Anhänger der Politik des israelischen Außenministers Avigdor Lieberman. Zudem beobachte er starke "Ähnlichkeiten" zwischen Liebermans Israel Beiteinu und der "Partei der Freiheit".

"Der Film soll zeigen, dass der Krieg gegen Israel nicht nur territorial geführt wird. Vielmehr gilt Israel als erstes Angriffsziel bei der Verteidigung des Westens. Jetzt ist es Israel, als nächstes sind es wir", fügte Wilders hinzu. "Abgesehen von der Solidarität liegt es im Interesse Europas, Israel zu unterstützen."


› | 15.6.2009 | zeit online Netanjahus kleine Revolution
Seine Botschaft und sein Angebot lautete: ein demilitarisierter palästinensischer Staat neben einem jüdischen Staat Israel.


› | 09.06.09 | Lieberman: "Wir haben ein Image-Problem"

JERUSALEM (inn) - Israel hat ein Image-Problem und wird in der Welt nicht so wahrgenommen, wie es wirklich ist. Diese Ansicht vertrat Israels Außenminister Avigdor Lieberman bei einem Treffen des Knessetkomitees für Außenpolitik und Verteidigung am Dienstag.

Die öffentliche Weltmeinung sei derzeit Israels größtes außenpolitisches Problem. "Unsere Position innerhalb der internationalen Gemeinschaft spiegelt nicht die Wirklichkeit wider und wir können mit unserer Außenpolitik nicht fortfahren, ohne grundlegend diese Wahrnehmung zu verbessern, die nicht gut ist", sagte Lieberman laut der Tageszeitung "Jediot Aharonot".


› | 04.06.09 | aus der rede obamas in kairo :

Die starken Bande der Vereinigten Staaten zu Israel sind allgemein bekannt. Diese Bande sind unzerbrechlich.

Die Palästinenser müssen der Gewalt abschwören. Widerstand durch Gewalt und Morden ist falsch und führt nicht zum Erfolg.

Es ist eine Geschichte mit einer einfachen Wahrheit: Gewalt ist eine Sackgasse. Es ist weder ein Zeichen von Mut noch von Macht, Raketen auf schlafende Kinder zu schießen oder einen Bombenanschlag auf alte Frauen in einem Bus zu verüben. So erlangt man keine moralische Autorität; so gibt man sie auf.

Es ist jetzt an der Zeit, dass sich die Palästinenser auf das konzentrieren, was sie aufbauen können.
Die Vereinigten Staaten betrachten den fortgesetzten Bau israelischer Siedlungen nicht als legitim. Der Bau verletzt bestehende Abkommen und untergräbt die Bestrebungen, Frieden zu erreichen. Es ist an der Zeit, dass diese Besiedelung aufhört.
Fortschritte im täglichen Leben der Palästinenser müssen ein wichtiger Teil des Weges zum Frieden sein, und Israel muss konkrete Schritte unternehmen, um solchen Fortschritt zu ermöglichen.

Wir alle haben die Verantwortung, auf den Tag hinzuarbeiten, an dem die Mütter von israelischen und palästinensischen Kindern diese ohne Angst aufwachsen sehen, an dem das heilige Land der drei großen Glaubensrichtungen der Ort des Friedens ist, den Gott für ihn vorgesehen hat, an dem Jerusalem die sichere und ständige Heimat von Juden, Christen und Muslimen ist und ein Ort, an dem alle Kinder Abrahams friedlich zusammenkommen können wie in der Geschichte der Al-Isra, als Moses, Jesus und Mohammed - möge der Friede mit ihnen sein - gemeinsam beteten.


Außenministerium des Staates Israel : Die Regierung Israels drückt ihre Hoffnung aus, dass diese wichtige Rede in Kairo tatsächlich zu einem neuen Zeitalter der Versöhnung zwischen der arabischen und muslimischen Welt und Israel führen wird.

Israel teilt Präsident Obamas Hoffnung, dass das amerikanische Bemühen eine neue Ära einläuten wird, die ein Ende des Konflikts herbeiführen und zur arabischen Anerkennung Israels als Heimatland des jüdischen Volkes, das in Frieden und Sicherheit im Nahen Osten lebt, führen wird.

Israel ist dem Frieden verpflichtet und wird bei gleichzeitiger Wahrung seiner Interessen, insbesondere der nationalen Sicherheit, alle Anstrengungen unternehmen, um den Kreis des Friedens auszuweiten.


Joachim Nikolaus Steinhöfel : Eine schöne Rede für die Medien, für die Titelseiten, für die Umfragewerte. Ein Präsident, selbstverliebt, naiv und ohne klare, durchdachte Werte. Planlos für den Nahen und Mittleren Osten. Die Achse des Bösen wird bestärkt darin sein, daß sie mit diesem Mann nach eigenem Gutdünken Schlitten fahren kann. Und es fällt schwer zu begründen, warum sie damit falsch liegen sollte. Erst recht nicht, wenn es zutrifft, daß Obama jetzt auch noch die Hamas als legitimen Verhandlungspartner zu akzeptieren gedenkt.


süddeutsche zeitung julia amalia heyer : israel sieht sich nicht gern in einem atemzug mit den palästinensern und der arabischen welt an seine pflichten im friedensprozess erinnert. genau das hat obma in seiner rede jedoch getan.


› | 29.05.2009 | Israel sei ein faschistischer Staat, behauptet der Vorsitzende des Türkischen Kulturvereins in Wedding. Als während einer Sitzung des Integrationsausschusses Politiker protestieren, rudert der Vereinssprecher zurück. Dennoch: Das Bild eines äußerst wertkonservativen Vereins bleibt.


› | 29.05.2009 | Von Inge Günther, Gaza City

Politisch ist mehr oder weniger alles beim Alten geblieben für die Palästinenser. Vor kurzem erst ist Khaled Meshal, der in Damaskus sitzt, als politischer Führer der Hamas wiedergewählt worden. Und die Fatah und die Hamas sind so zerstritten und unfähig zur Einigung, als ob die Palästinenser keinen weiteren Krieg hinter sich hätten, in den USA keine neue Administration regierte und nicht täglich neue Meldungen über den geplanten Siedlungsbau oder -ausbau kämen. Sie nehmen in Kauf, dass die Zivilbevölkerung den Preis dafür bezahlt. So stritten sie sich kürzlich darüber, wer wo welche medizinische Behandlung erfahren dürfe.

Soeben wurde auch der westlich orientierte Wirtschaftswissenschaftler Salam Fayyad als palästinensischer Ministerpräsident in Ramallah bestätigt. Im März war er zurückgetreten, weil er einer palästinensischen Einheitsregierung Platz machen wollte. Doch fünf Verhandlungsrunden unter ägyptischer Vermittlung sind bisher gescheitert, die letzte vor wenigen Tagen. Die Hamas anerkennt Fayyad nicht. Nominell hat sie im palästinensischen Legislativrat immer noch die Mehrheit, wenngleich ihre Abgeordneten in der Westbank mehrheitlich im Gefängnis sitzen.

Selbst die Fatah ist mittlerweile zerstritten. Der eine Flügel will den bewaffneten Kampf nicht aufgeben. Das sind die Anhänger des im Gefängnis sitzenden charismatischen Abbas-Konkurrenten Marwan Barghouti. Der andere Flügel setzt wie Präsident Mahmoud Abbas auf Verhandlungen.

Der Konflikt mit der Hamas wird dadurch genährt, dass die Fatah vom Westen finanziert wird, während die Hilfsgelder die Hamas nicht erreichen (sollen). Der tieferliegende Grund ist, dass die Hamas das Prinzip einer Zweistaatenlösung nicht anerkennt, weil sie ihren Anspruch als religiös orientierte Partei auf ganz Palästina nicht aufgibt.


› | 25. 05. 2009 | Air Berlin fliegt nach Israel
BERLIN (inn) - Die deutsche Fluggesellschaft Air Berlin hat ihr Streckennetz erweitert und fliegt ab Juli erstmals auch Israel an. Flüge nach Tel Aviv gibt es schon ab 99 Euro inklusive Steuern.
 
Wie Deutschlands zweitgrößte Airline auf ihrer Internetseite mitteilt, wird es ab dem 7. Juli zweimal pro Woche Nonstop-Flüge von Berlin nach Tel Aviv geben. Anschlussflüge gibt es aus verschiedenen deutschen Städten. Die Flugzeuge starten am späten Dienstag- und Donnerstagabend in der Bundeshauptstadt und landen am nächsten Tag in Tel Aviv.



› | 8.5.2009 - 18:10 Uhr | Von Alexander Schwabe, Amman

In den nächsten acht Tagen wird der Papst 23 Ansprachen und vier Predigten halten - mehr als auf jeder anderen Reise. Und wohl noch nie wird so genau hingehört werden, wie auf diesem Trip durch eine der gefährdetsten und gefährlichsten Regionen der Welt. Jede Passage, jeder Satz, jedes Wort und jede Geste kann für Empörung, ja für Gewaltausbrüche sorgen. Zu gegensätzlich sind die Positionen der zerstrittenen und verfeindeten Parteien in dieser von Hass getränkten Gegend. Viele im Vatikan rieten dem Pontifex von der Reise ab. Und bei vielen hier im Orient ist er nicht willkommen: Rechtsradikale Israelis haben Störaktionen gegen den Papst angekündigt. Auch viele Palästinenser, selbst aus der christlichen Minderheit, sind über den Besuch nicht glücklich. Er diene dazu, das Ansehen Israels nach dem Gaza-Krieg wieder zu erhöhen. Am Tag der Nakba könnte es in den Palästinensergebieten zu Ausschreitungen kommen, mit Terroranschlägen islamistischer Fundamentalisten ist sowieso immer zu rechnen.

Der Papst mag in den nächsten Tagen seine Utopie von "Einheit und Frieden" für Nahost entwerfen, die Gastgeber müssen sich vor allem um Benedikts Sicherheit kümmern. Im jordanischen Luftraum wurde das Flugzeug des Friedensstifters von zwei Mirage-Kampfbombern der jordanischen Luftwaffe eskortiert - bestückt mit Exocet-Raketen. Zu Boden soll ein Heer von angeblich 80.000 Sicherheitsleuten seine und der Gläubigen Unversehrtheit garantieren - acht Mal mehr als beim Besuch von George W. Bush. Die "Operation weißer Umhang", so der Codename in Israel, hat gerade erst begonnen.

 


› | 05.05.2009 | 09:09 Ringelpiez mit Anfassen

Ich gebe ja zu, dass es nicht besonders fair war, sich mit einem 21 Jahre alten und durchaus sympathischen Studenten der Textilkunde zu schlagen, aber: Man muss die Gegner nehmen, wie sie kommen. … Und so kam Kirill Jermak zum Zuge, der die 1. Mai Demo bei der Polizei angemeldet hatte. Vor einem Jahr war es noch ein Herr in meinem Alter, Ralf Reinders, ehemaliges Mitglied der Stadtguerillagruppe „Bewegung 2. Juni“. Der war im Jahre 1975 maßgeblich an der Entführung des Berliner CDU-Politikers Peter Lorenz beteiligt gewesen, wofür er dann zu 15 Jahren Haft verurteilt wurde. Verglichen mit Reinders ist Jermak natürlich ein unbeschriebenes Blatt, wenn man mal davon absieht, dass er für die LINKE in der BVV Lichtenberg sitzt und wie ein linker Gruftie redet: „Bei der letzten Demo gab es einen faschistischen Korpsgeist in Teilen der Polizei.“

Dieses Jahr dagegen gab es Ringelpiez mit Anfassen und am Ende 270 verletzte Polizisten, wofür aber weder Jermak noch die friedlichen Demonstranten etwas konnten, denn die Polizisten. so Jermak, hatten sich bei dem Einsatz die Verletzungen gegenseitig zugefügt, ob aus purer Blödheit oder in der miesen Absicht, die Sache den friedlichen Demonstranten auf die Rechnung zu setzen, das liess Jermak offen.

Richtig ungehalten aber wurde er, als ich von der “SA der Friedensbewegung” sprach, die sich in Kreuzberg ausgetobt hatte. Das müsse er als unangemessen zurückweisen, das Dritte Reich habe es auf die “Vernichtung von Minderheiten” abgesehen, wobei er dankenswerterweise auf das J-Wort verzichtete. So konnte ich nicht umhin, ihn meinerseits darauf hinzuweisen, dass das Dritte Reich nicht mit der Vernichtung von Minderheiten angefangen hatte, sondern mit Straßenschlachten, bei denen die Opfer hinterher als “selber schuld” verhöhnt wurden.

Und jetzt sind wir alle gespannt, wie es mit der so erfolgreichen Deeskalations-Strategie der Berliner Polizei weiter geht und wer im nächsten Jahr die 1. Mai Demo anmelden wird. Christian Klar? Claus Peymann? Der Charmin-Bär?

PS. Und hier die Zuschrift eines Zuschauers namens Karl Evertz, der mit seiner Kritik an meinem Auftreten sich ebenfalls als Antragsteller für die nächste Antifa-Demo bewirbt: =ich unterlasse das übliche “sehr geehrter Herr”..weil sie kein herr sind..in meinen augen eher ein rüpelhafter dauerreder, der andere nicht zu worte kommen lässt.ich habe sie gestern im fernsehen “bei strunz” gesehen und war eigentlich entsetzt über die art und weise, in der sie sich, eigentlich wie immer, in szene gesetzt und den anderen gast, mag er im recht sein oder nicht, niedergequatscht haben.
welche berechtigung leiten sie für ein solches verhalten ab, das sie im übrigen fast immer irgendwo im fernsehen an den tag legen?!
nur weil sie j u d e sind..??mein gott, die semiten..haben den antisemitismus erfunden und belagern die welt damit..ich glaube, zeitgenossen wie reich ranicky("literaturpapst"), der mann von bärbel schäfer und sie sind “mitverantwortlich"dafür, dass dieser “antisemitismus"wieder zutage tritt...aber schreiben sie nur ihre bücher darüber weiter..juden schreiben für juden..warum eigentlich h i e r??warum sind sie damals nicht in israel geblieben..wollte man sie dort nicht?!..hat man ihre degoutanten beleidigungen dort nicht so stoisch hingenommen wie hier??=

 


› | 04.05.09 | Auf der israelischen Landwirtschaftsmesse Agritech 2009, die vom 5. bis 7. Mai in Tel Aviv stattfinden wird, wird eine israelische Firma ein elektronisches System vorstellen, das bei der Bekämpfung der Schweinegrippe entscheidend behilflich werden könnte. Ein Mikrochip überträgt dabei Herzschlag, Blutdruck, Temperatur und andere Daten eines jeden Tieres praktisch zeitgleich auf das Mobiltelefon des zuständigen Tierpflegers.
Die islamische Welt ist traditionell anfällig für allerlei Verschwörungstheorien. So kursieren Gerüchte, Muslime hätten den Schweinegrippenvirus entwickelt, um die christliche Bevölkerung der Welt zu dezimieren. Weil Muslime kein Schweinefleisch essen, halten sich viele für immun gegen die Krankheit.
In Ägypten verfügte Präsident Hosni Mubarak, alle 350.000 Schweine des Landes schlachten zu lassen. In dem Land am Nil ist bislang noch niemand an der Schweinegrippe erkrankt. Auch haben Experten keinerlei Indizien dafür, dass das Grippevirus vom Schwein auf den Menschen übertragen werden könnte. Die UN-Organisation für Tiergesundheit OIE hat sich in einer Pressemeldung gegen die Massenschlachtung von Schweinen aufgrund der aktuellen Lage ausgesprochen.
von Johannes Gerloff (Jerusalem)

 


› | 30.1.– 1.2.2009 | ISRAEL UND DIE JUDEN IN MEDIEN UND ÖFFENTLICHKEIT / seminarveranstaltung
Teil 1 / 2 ––– Teil 2 / 2

 


› | Duisburg, 30.04.2009 Christoph Meinerz | Gut drei Monate nach dem Eklat um das Abhängen von zwei israelischen Fahnen bei der Großdemonstration in der Innenstadt gegen den israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen kommt ein vom NRW-Innenministerium beauftragter Gutachter zu dem Schluss: Das Eindringen der Polizisten in die beiden Wohnungen an der Claubergstraße und die Sicherstellung der außen am Haus angebrachten Israel-Flaggen „waren rechtmäßig”.

 


› | 28.04.2009 | JERUSALEM (inn) - In Israel ist ein erster Fall der Schweinegrippe aufgetaucht. Der Betroffene war kürzlich aus Mexiko zurückgekehrt. Nach Angaben von Ärzten ist der 26-Jährige allerdings in einem ausgezeichneten Zustand.

Unterdessen forderte der amtierende Leiter des Gesundheitsministeriums, der Abgeordnete Jakov Litzman, eine Umbenennung der Krankheit. Sie solle in Israel "Mexiko-Grippe" genannt werden, da Schweine nicht koscher seien. In der Regierung Netanjahu gibt es derzeit keinen Gesundheitsminister.

 


› | 26.04.2009 | Religion sei Privatsache meint Rüdiger Suchsland

 


› | 22.4.2009. | junge welt : Einige Delegierte verließen am Montag den Saal, als der iranische Präsident zur Kritik an Israel ansetzte, das er als »höchst grausames und unterdrückerisches rassistisches Regime« bezeichnete. Den europäischen Vertretern – soweit deren Staaten nicht ohnehin der Konferenz ferngeblieben waren – schloß sich unter anderem die jordanische Delegation an. Die meisten Teilnehmer blieben und applaudierten dem Präsidenten. Die israelische Presse berichtete darüber wahrheitsgemäß (und natürlich empört), während deutsche Mainstream-Medien fast ausschließlich den Auszug einer kleinen Teilnehmergruppe aus dem Saal in den Vordergrund stellten und fälschlich eine »internationale Isolierung« Irans suggerierten.

 


› | 21.4.2009 - 07:33 Uhr | ZEIT ONLINE, dpa, Reuters UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte ungewöhnlich direkt Bedauern darüber, dass Ahmadineschad seine Bitte zur Mäßigung missachtet habe. Der Iraner habe das Treffen für eine Diskriminierung Israels missbraucht. "Das ist das Gegenteil dessen, was diese Konferenz erreichen will."

 


› | 20.4.2009 | ein hr tagesthemen kommentar zu durban II von esther shapira

 


› | 20. April 2009 | 12:54 Uhr | Von Dietrich Alexander Es ist ein Fehler, dass Deutschland seine Teilnahme an der Antirassismus-Konferenz der UN abgesagt hat. Denn damit überlässt Berlin die Bühne den Extremisten und Rassisten dieser Welt. Statt dessen wäre Genf die Chance gewesen, die Hassrhetorik von Ahmadinedschad vor den Augen aller zu entlarven.

… Deutschland, die USA, Israel, Kanada, Australien und Neuseeland sind ebenso wenig vertreten wie Italien, Niederlande und Polen.

 


› | 20.04.09 | Aus Protest gegen das Treffen des Schweizer Bundespräsidenten mit Ahmadinedschad rief Israel am Montagvormittag seinen Botschafter aus Bern ab. Zur Begründung hieß es, der Diplomat sei zu Konsultationen nach Jerusalem beordert worden.

 


› | 20.04.09 | 10:55 | „Ich bedauere zutiefst, dass einige sich entschlossen haben, beiseite zu treten“, sagte Ban Ki Moon am Montag in seiner Eröffnungsansprache. „Wir träumen davon, in eine neue Richtung zu gehen, jedoch bleiben zu viele von uns in der Vergangenheit verstrickt“, fügte der UN-Generalsekretär hinzu. Insgesamt hatten acht Staaten ihre Teilnahme abgesagt. Sie befürchten unter anderem, dass die fünftägige Konferenz zum Forum für propagandistische Attacken gegen Israel werden könnte. Frankreich entschied sich praktisch in letzter Minute für eine Teilnahme. Der französische Botschafter Jean-Baptiste Mattei werde die Konferenz aber umgehend verlassen, falls der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad in seiner Rede anti-semitische Äußerungen von sich gebe, sagte Außenminister Bernard Kouchner in Paris. Er begrüßte, dass Deutschland zumindest mit einem Beobachter in Genf vertreten sei. Es ist das erste Mal, dass Deutschland eine Konferenz der Vereinten Nationen boykottiert.

 


› | 19. April 2009 | 22:05 Uhr Auch Deutschland wird nicht an der Genfer UN-Antirassismuskonferenz teilnehmen. Das teilte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in Berlin mit. Es sei zu befürchten, dass diese Konferenz ebenso wie ihre Vorgängerkonferenz 2001 in Durban als „Plattform für andere Interessen missbraucht“ werde. Islamische Staaten hatten das damalige Treffen zu harschen Angriffen gegen Israel genutzt. Steinmeier hatte sich nach Angaben des Auswärtigen Amts noch am Abend telefonisch mit mehreren EU-Amtskollegen beraten. Die USA, Israel Kanada und weitere westliche Länder hatten ihre Teilnahme für Genf aus diesem Grund bereits zuvor abgesagt.

 


› | 18.04.2009 | Ich sage ganz deutlich: In dem Moment wo die arabische Welt die Existenz Israels akzeptiert, aber nicht nur de jure, sondern auch de facto, und versteht, dass Israel das "Land der Juden" ist, dann werden Sie sehr überrascht sein, Sie persönlich und auch die Zuhörer, und auch viele Länder in der Welt, zu sehen, wie weit Israel bereit ist zu gehen, um den Frieden zu ermöglichen. Davon bin ich überzeugt. Ilan Mor, Gesandter der Botschaft des Staates Israel.

 


› | 18.04.2009 | Besonders deutlich traten antisemitischen Strömungen bei den Protesten gegen den Gaza-Krieg zum Jahresanfang zu tage: Friedensfreunde liefen zum Teil begeistert hinter der Fahnen der Terrotistischen Hamas hinterher, welche die Vernichtung Israels will und die Polizei in Duisburg holte gar eine israelische Fahne aus einem Fenster, weil der Mob auf der Straße sich durch die Fahne provoziert fühlte.

 


› | 14.04.2009 | Von Yassin Musharbash Keine explizite Terrordrohung gegen Deutschland In dem Video mit dem Titel "Sieg oder Shahada" ("Märtyrertum") rufen die beiden Dschihadisten aus dem Rheinland vor allem zum bewaffneten Kampf am Hindukusch auf. Außerdem verherrlichen sie den Krieg gegen die "Ungläubigen" und den möglichen Tod als "Märtyrer". Sie drohen nicht ausdrücklich mit Anschlägen in Deutschland oder gegen deutsche Ziele. Allerdings stellt ein mutmaßlicher IBU-Kommandeur, der nicht näher identifiziert wird, die deutsche Regierung am Ende des Films als "verbrecherische Regierung" dar. Wörtlich sagt er: "Die deutsche Regierung ist eine verbrecherische Regierung, die sich an diesem Krieg beteiligt. Ihr Großvater Hitler tötete die Juden; aber ihre Enkel stehen heute im Dienste der Juden."

 


› | 14.04.2009 | Sprengstofflabor im Westjordanland ausgehoben Ramallah - Die palästinensische Polizei hat in einer Moschee im Westjordanland ein Sprengstofflabor entdeckt. Acht Verdächtige seien festgenommen worden, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. In dem Versteck in Kalkilja seien vor einigen Tagen zwei Bomben gefunden worden. Die Polizei mutmaßte, dass die Werkstatt von Gegnern des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas betrieben wurde. Ein Hamas-Sprecher im Gazastreifen nannte die Festnahmen politisch motiviert.

 


› | 10.04.2009 | Alfred Hackensberger Allerdings versicherte der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas bei einem Besuch in Bagdad , den Start neuer Verhandlungen wird es nur geben, wenn Israel die Zwei-Staaten-Lösung akzeptiert, den Bau neuer Siedlungen in der Westbank stoppt und die Checkpoints in den besetzten Gebieten räumt. Diesen Forderungen wird die neue israelische Regierung sicherlich nicht nachkommen. Neue Siedlungen sind bereits beschlossenen Sache und die Aufgabe von Checkpoints dürfte nach dem Tode zweier Polizisten erst einmal außer Diskussion stehen.

 


› | 09.04.2009 | Arabische Welt Hamas-Kinderfernsehen verherrlicht den Tod GAZA (inn) - Die Hamas hat in einem Fernsehprogramm erneut Kindern die Nachricht vermittelt, dass der Tod und nicht das Leben Vorrang habe. "Lehre die Kinder, dass der Tod Ehre und Sieg bedeutet. Durch den Tod, wollen wir die Morgendämmerung und den Tag bringen", heißt es in der Sendung "Die Pioniere von Morgen" auf dem Hamas-Sender "Al-Aksa-TV" vom 20. März. Während das Lied mit dem den Tod verherrlichenden Text läuft, wird ein Mädchen gezeigt, das Dartpfeile in Raketenform auf ein Ziel mit dem Aussehen eines Davidssternes wirft. Als das Ziel getroffen wird und der Stern fällt, jubelt das Mädchen siegreich mit beiden Händen. Zu sehen ist das Video im Internet auf der Seite der israelischen Organisation "Palestinian Media Watch" (PMW), die Inhalte palästinensischer Medien beobachtet.

 


Israels Position in Bezug auf die Palästinenser

Im Folgenden die Prinzipien von Israels Politik gegenüber den Palästinensern, wie sie der neue Außenminister Avigdor Lieberman formuliert hat:
1. Die Regierung Israels unterstützt eine friedliche Regelung, die stufenweise und messbar ist und auf den Ergebnissen vor Ort basiert. Die Weiterentwicklung auf den beiden Ebenen - Wahrung von Israels Sicherheitsinteressen und Fortschritt im politischen Prozess - müssen vollständig synchronisiert werden.
2. Die Verpflichtungen, die in der "Roadmap" vereinbart wurden, müssen eingehalten werden.
3. Israel wird sich an alle Verpflichtungen halten, die die früheren Regierungen akzeptiert haben
4. Die Übernahme des Gaza-Streifens durch die Hamas hat eine neue Situation geschaffen, die sich in schwerer und beunruhigender Weise manifestiert hat, u.a. im Kassam-Raketen-Terror gegen Israel, der für die jüngste Operation gegen die Hamas in Gaza verantwortlich war.
5. Der Ansatz, wonach eine Politik einseitiger Zugeständnisse den politischen Prozess vorantreiben würde, hat nicht die von Israel erhofften Resultate hervorgebracht. Tatsächlich ist das Gegenteil eingetreten. Die Preisgabe der Gegenseitigkeit und der Sicherheitsinteressen Israels hat eine signifikante Stärkung der extremistischen Elemente und einen erheblichen Anstieg in Anzahl und Ausmaß der Bedrohungen mit sich gebracht, denen Israels begegnen muss.
6. Die Regierung Israels wird sich darauf konzentrieren, Regelungen vor Ort in verschiedenen Bereichen zu erzielen, um den Lebensstandard in den Gebieten der Palästinensischen Autonomiebehörde zu verbessern und die Entwicklung der dortigen Wirtschaft zu erleichtern.

 


› | 08.04.2009 | Safa (Reuters) - Dutzende Randalierer haben in einem palästinensischen Dorf im Westjordanland nach Angaben von Anwohnern mindestens vier Menschen verletzt. Die Randalierer seien aus der benachbarten jüdischen Siedlung Bat Ajin gekommen und hätten in dem Dorf Safa Häuser beschädigt und Autoscheiben eingeworfen, berichteten die Anwohner am Mittwoch. Israelische Soldaten hätten offenbar versucht, die Attacke zu stoppen. Palästinensische Sanitäter erklärten, sie könnten wegen der andauernden Gewalt bisher nicht in das Dorf vordringen. Am vergangenen Donnerstag war ein palästinensischer Extremist in der jüdischen Siedlung Bat Ajin mit einer Axt auf israelische Kinder losgegangen, tötete einen 13-jährigen Israeli und verletzte einen Siebenjährigen schwer. Der Täter entkam. In Bat Ajin nahe der palästinensischen Städte Hebron und Bethlehem leben rund 1000 Israelis.

 


› | 08.04.2009 | Die Zeitung »Haaretz« warnte, Israel könne sich die »hohen Studiengebühren, die die Ausbildung Liebermans zum Außenminister kostet, nicht leisten«. Das Ausland werde sich vom »diplomatischen Gesicht Israels« abwenden. Am Wochenende wurde allerdings berichtet, USA-Außenministerin Hillary Clinton habe ihrem Kollegen Lieberman telefonisch gratuliert. Sie freue sich auf ein baldiges Treffen. Die versprengte israelische Linke, die kurzzeitig darauf gehofft hatte, wenigstens das Ausland werde wegen Lieberman mit dem Zeigefinger drohen, wurde also enttäuscht.

 


› | 07.04.2009 | Reservisten fordern Untersuchung gegen "Ha´aretz"
JERUSALEM (inn) - Mehrere Reservisten der israelischen Armee haben sich aufgrund der Kriegsverbrechervorwürfe während der Gaza-Operation aus den eigenen Reihen in einem Brief an Israels Generalstaatsanwalt Menachem Masus gewandt. Sie fordern eine kriminalpolizeiliche Untersuchung gegen die Tageszeitung "Ha´aretz" wegen "Rufmordes".

 


› welche Fahne erkennen Sie in den Händen eines Demonstranten?
[ http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/729176?inPopup=true ]

 


› | 02.04.2009 | Das Internet ist voller Loser, Bruchpiloten und Halbanalphabeten, die sonst keine Bühne finden würden. Andererseits sind 90 Prozent der Zeitschriften, die am Kiosk ausliegen, auch Schrott. Im Internet sind es vermutlich 99 Prozent. Aber das eine Prozent ist den Aufwand wert. HENRYK M. BRODER

 


› | 02.04.2009 | Des Gottes alte Kleider: Larry Charles' und Bill Mahers Film "Religulous" rezensiert von Rüdiger Suchsland : Dies ist kein Film, der hübsch ausgewogen und staatstragend untersucht, sondern eine Polemik. Und wie das so ist, steht da dann das Ergebnis vorher fest. Hätten Sie denn, liebe Kollegin vom Berliner "Tagesspiegel" seinerzeit auch Alexander Kluges "Der Kandidat" vorgeworfen, dass er schon am Anfang klar macht, dass die Wahl von Strauß nicht zur Debatte steht? Oder Erwin Wagenhofers "Let's make money", dass er gegen den Kapitalismus ist? Na also! Warum dann jetzt so fromm?

oder so gesehen

von Martina Knoben : Ein klarer Fall von Gotteslästerung ist dieser Film, der den Machern ein paar Jahrhunderte Fegefeuer garantieren sollte. Mindestens! Und wenn die göttliche Strafe solcherart noch vergleichsweise milde ausfiele, dann läge das nur daran, dass die Anstiftung zum Glaubensabfall, die der amerikanische Fernsehkomiker und Late-Night-Talker Bill Maher und der Borat-Regisseur und Seinfeld-Autor Larry Charles hier inszeniert haben, auf einem argumentativ bemerkenswert niedrigem Niveau stattfindet. … Glaubwürdig und relevant ist "Religulous" durch seine Subjektivität, wie die Blogs im Internet, ohne Pflicht zur Ausgewogenheit. Schlicht, aber schlagkräftig kann diese Methode sein. "Religulous" war 2008 der kommerziell erfolgreichste Dokumentarfilm in den USA - Konsenskino am Ende der Bush-Ära.

 


› | 01.04.2009 | Peter Philipp kommentiert : Avigdor Lieberman war einst Türsteher in seiner moldawischen Heimat und sein politischer Stil erinnert sehr stark daran: Gegner werden brüskiert, diffamiert und bedroht. Und seine "Gegner" sind in erster Linie die Palästinenser, die "Araber an sich", dann der Iran. Die einen möchte Lieberman am liebsten ausbürgern oder ausweisen, die anderen mit Angriffsdrohungen in Schach halten und den Iran würde er am liebsten aus dem Atomzeitalter rausbomben.

 


› | 01.04.2009 | Netanyahus Regierungserklärung (Auszüge)
Nicht im Siegesjubel stehe ich heute vor Ihnen, sondern mit dem Gefühl schwerer Verantwortung. Dies sind keine gewöhnlichen Tage. Ich bitte um ihr Vertrauen zu einer Stunde globaler Krisen, wie es sie seit Jahren nicht gegeben hat – mit dem Gefühl der Sorge, aber auch der Hoffnung und des Glaubens, und vor allem mit dem Gefühl des Ernstes in einer Stunde der Bewährung, da Israel vor zwei gewaltigen Prüfungen steht: einer wirtschaftlichen Prüfung und einer sicherheitspolitischen Prüfung. Jene beiden Krisen sind die Ausgeburt gewaltiger internationaler Entwicklungen, großer Unwetter, die um uns herum ausgebrochen sind. Nicht unsere Taten oder Versäumnisse der Vergangenheit sind die Wurzel dieser Krisen, aber an unseren Taten und unserer Verantwortung in der nahen Zukunft wird sich entscheiden, ob wir sie heil überstehen.

 


› | märz 2009 | diana hodali besuchte eine der vier hand in hand schulen in israel, in der jüdische und arabische schülerInnen gemeinsam lernen, spielen und sich dabei kennenlernen.

 


› 2 Year Old Girl Answering Questions About Islam : youtoube

 


› | irgendwann | Man sieht den eifrigen Feuerwehrmann schon überall um die Ecke blinzeln. Es ist ja nur ein kleiner Schritt von der Bereitschaft das Gute zu tun, bis dahin wo man erst das Schlechte tun muss, um das Gute tun zu können. Ein Feuerwehrmann ohne Brand sieht ziemlich dämlich und gar nicht heldenhaft in seiner Uniform aus. Dazu kommt noch das dieses Monstrum schwer und viel zu warm ist. Wer will sich schon zum Narren machen, indem er immer nur die Uniform spazieren trägt, ohne einen Brand zu haben. Man muss ja nicht selber etwas tun, man muss den Brand nicht selber legen. Das geht auch anders. Man reizt den bösen Feind bis irgendeine Knalltüte reagiert. Theo van Gogh hat es geschafft. Das er es herausgefordert hat, rechtfertigt nicht den Mord an ihm und auch keine Gewalttat. Den hätte man zum Leben verurteilen sollen, denn eine schlimmere Strafe als mit sich selbst zusammen zu sein, hätte man ihm nicht antun können. Das gleiche gilt für Geert Wilders und dessen Filmchen. Auch der wartet auf den Irren, genau wie jener Karikaturist in Dänemark. Während ich hoffe, dass sie niemandem wichtig genug sind, brauchen die Missionare der Margarinekirche der Islamophobie aber genau solch einen Vorfall. Sie müssen der Welt beweisen das sie bedroht sind. Sie müssen der Welt zeigen, das der von ihnen propagierte Feind wirklich existiert.

 


› | 30. 03. 2009 | Keine Kriegsverbrechen in Gaza Alles nur "Gerüchte" Von Ulrich W. Sahm
Der militärische Anwalt hat die Akte zu vermeintlichen Kriegsverbrechen israelischer Soldaten während des Gazakrieges im Januar geschlossen. Die Anwälte der Armee hatten zwei vermeintliche Fälle der Erschießung von "unbeteiligten Nicht-Kombattanten" untersucht. Nach Angaben von Soldaten bei einer Konferenz im Rabin-Militärischen Vorbereitungs-Zentrum sei während des Krieges eine alte Frau erschossen worden, die sich trotz Warnschüssen und Handzeichen und trotz Ausgangssperre einer Gruppe von Soldaten genähert habe, bis sie niedergeschossen wurde. An ihrer Leiche habe man keine Sprengstoffjacke gefunden. In einem anderen Fall wurden eine Mutter und ihre zwei Kinder erschossen, weil sie sich in die falsche Richtung bewegten, als von den Militärs vorgegeben.
Diese Ereignisse habe es nicht gegeben. Die vermeintlichen Augenzeugen hätten gegenüber dem Militäranwalt gestanden, nur Gerüchte gehört zu haben und dann beiden Geschichten "übertrieben und bewusst übertrieben" erzählt zu haben, um anderen Soldaten "ein Zeichen zu setzen". Sie gestanden, nicht Beteiligte gewesen zu sein und konnten deshalb auch keine Angaben über den Ort und Zeitpunkt der von ihnen beschriebenen vermeintlichen Kriegsverbrechen machen. Die angebliche Ermordung der zwei Frauen und Kinder hatten in Israel wie in der Welt einen Sturm der Empörung ausgelöst.
Zu dem Fall der angeblich erschossenen Frau und ihren zwei Kindern ergab die Untersuchung, dass es ein "ähnliches" Ereignis gegeben habe, bei dem jedoch die Soldaten auf zwei Hamas-Kämpfer geschossen hätten, nicht aber auf die in der Nähe stehenden Frau und Kinder.
Einige Soldaten hatten sich auch zu dem Einsatz von Phosphormunition geäußert. Auch in diesem Fall stellte sich heraus, dass sie ihre Aussagen nicht aufgrund eigener Erlebnisse oder Erkenntnisse gemacht hätten, sondern ungeprüfte Presseberichte zitierten.
Der Oberanwalt des Militärs, Brigade General Avichai Mendelblit, äußerte in einer Pressemitteilung sein großes Bedauern über den kaum abzuschätzenden Schaden für das Ansehen des Militärs und der Moral der Soldaten. Durch ihre unverantwortlichen Aussagen hätten die Soldaten dem Ansehen des Staates Israel erheblichen Schaden beigefügt.

Der Nahe Osten ist sein Metier. Ulrich W. Sahm berichtet seit Mitte der 70er Jahre aus der Region immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der Nachricht.



› | 30.03.2009 | Israelische Armee weist Vorwürfe zurück TEL AVIV: Die israelische Armee hat nach einer internen Untersuchung Vorwürfe von Soldaten zurückgewiesen, während des Krieges im Gaza-Streifen im Januar seien palästinensische Zivilisten mutwillig getötet worden. Die Aussagen der Soldaten beruhten auf Hörensagen und nicht auf eigenem Erleben, erklärte ein Armeesprecher. Bei der internen Untersuchung seien die Vorwürfe zudem nicht durch Fakten belegt worden. - Die Soldaten hatten die Anschuldigungen während einer Tagung in einer Militärakademie erhoben.

 


› | 30.03.2009 | 08:37 Uhr | N 24 | Geheimdienst: Hamas rüstet wieder auf

Nach Informationen des israelischen Geheimdienstes hat sich die Hamas seit dem Ende der Gaza-Offensive mit rund 70 Tonnen Waffen und Sprengstoff eingedeckt.
kommentar von : metua
Es bewaffnet sich hier kein Land sondern eine Organisation, dessen Ziele deutlich gegen alles nicht fundamentalistisch-islamisches gerichtet ist. Ergo auch gegen Deutschland und unsere Lebensart. Seit Ende (!) der Offensive 185 Raktenangriffe auf Israel...der Friedenswille der HAMAS wird darin eindeutig. Man kann deutlich erkennen, dass die Hamas nicht im Interesse der Palestinenser handelt, denn das Geld für die Waffen wäre in zivilen Angelegenheiten besser verwendet gewesen. Daran besteht allerdings seitens Hamas kein Interesse. Daher ist es einzig und allein Aufgabe der Palestinenser zu erkennen, dass Hamas keineswegs an der "Befreiung" Palestinas sondern an der Verschärfung der Situation interessiert ist, da sie die Führung des heiligen Krieges gegen ALLE Ungläubigen forcieren will. Die Palestinenser sollten und sind wahrscheinlich auch hauptsächlich an der Verbesserung ihrer Lebenssituation (Frieden/Wohnen/Essen/Schlafen/Bildung/Zukunft) interessiert. Diese Diskrepanz würde deutlich zu Tage treten müsste Hamas in Friedenszeiten echte Politik, Diplomatie und Aufbauarbeit betreiben. Ich hoffe darauf, dass die Palestinenser sich gegen Hamas und für eine Vertretung entscheiden, die sie in die Lage versetzt eine friedliche Zukunft zu gestalten, möglichst in einem eigenen Staat.

 


› | 28.03.2009 | NZZ-online | SUDAN | Allerdings konnte Ministerpräsident Ehud Olmert bloss wenige Tage vor seinem Ausscheiden aus dem Amt auf grossspurige Andeutungen nicht verzichten. Ohne eine Rolle der Armee bei dem Angriff zu bestätigen, erklärte er am Donnerstag, dass sich die Feinde Israels nirgendwo vor dem langen Arm des jüdischen Staates sicher wähnen könnten. Das Land werde die Infrastruktur des Terrorismus überall bekämpfen, denn auf der ganzen Welt existiere kein Ort, wo Israel nicht operieren könne.

 


› | buchempfehlung | Der ewige Sündenbock: Heiliger Krieg, die "Protokolle der Weisen von Zion" und die Verlogenheit der sogenannten Linken im Nahostkonflikt (Broschiert)

 


› | 27.03.2009 | Der Hamas-Sprecher Fawsi Barhum hat die Berichterstattung der Journalisten im Gazastreifen über die jüngste israelische Offensive gelobt.

 


› | 26.03.2009 | Ethische Dilemmata während der Operation Gegossenes Blei

 


› | 25.03.2009 | Peter Ullrich: Das Problem ist zunächst, dass mediale Berichterstattung niemals der Komplexität der Situation gerecht wird, vielleicht auch gar nicht gerecht werden kann und damit notwendigerweise Zerrbilder produziert.

 


› | 25. 03 2009 | Grundsätzliche Zweifel an den Aussagen der Augenzeugen äußerte dem "Guardian" zufolge ein Sprecher der israelischen Botschaft: "Jeder, der die Verhältnisse im Gaza-Streifen kennt, wird einsehen, dass diese Menschen gar nicht in der Lage sind, die Wahrheit zu sagen. Aus Furcht vor Vergeltung durch die Hamas, aus Angst vor Schlägen, Folter, Hinrichtung, wird niemand die Wahrheit sagen können."

 


› | 23.03.2009 | Ein Sprecher der israelischen „Selbstverteidigungsstreitkräfte“ (IDF) erklärte gegenüber Sky News Online, dass diese T-Shirts durch eine private Initiative von Soldaten hergestellt wurden und dass das Design „keine Übereinstimmung mit den Werten der IDF ausdrückt und einfach nur geschmacklos ist. Diese Art von Humor ist unakzeptabel und wird von uns verurteilt“.

 


› | 22.03.2009 | Als die ersten Gäste die Kirche betreten, als auch Angela Merkel, Horst Köhler und Günther Oettinger kommen, füllen sich langsam die beiden Sportplätze gleich hinter der Albertville-Schule, wo auf großen Leinwänden die Trauerfeier übertragen wird und die Filmmusik aus "Schindlers Liste" über den Rasen hallt.

 


›  | 16. März 2009 | 07:06 Uhr Zwei israelische Polizisten im Westjordanland getötet Die Polizei erklärte, sie gehe von einem palästinensischen Angriff aus. "Die Hauptverdachtspunkte deuten auf ein nationalistisches Motiv", sagte ein Polizeisprecher. Keine der palästinensischen Gruppen bekannte sich jedoch zu der Tötung der beiden Polizisten. Es wäre der erste schwere Palästinenser-Angriff im Westjordanland seit Monaten. Der Vorfall ereignete sich in der landwirtschaftlich geprägten Siedlung Massua an der Grenze zu Jordanien. Die Gegend steht unter Kontrolle der israelischen Sicherheitsbehörden.

 


› | 14.03.2009 | 19:18 | (DiePresse.com) Bin Laden: "Verpflichtung, euch den Hals durchzuschneiden" Der weltweit meist gesuchte Terrorist, Osama bin Laden, hat in einer neuen Audio-Botschaft zum Mord an gemäßigten arabischen Führern aufgerufen.

 


screenshot von einem kommentar zu einem welt - online artikel

aus den kommentaren der welt-online

› | 12.03.2009 | 15:18 Uhr dippegucker sagt: Wer hohe Sicherheitsansprüche hat, hat die Möglichkeit sein Kind auf eine jüdische Schule zu schicken, mit Sicherheit besseres Lehrpersonal und rund um die Uhr von bewaffneten Sicherheitskräften beschützt.

 


› | 12.03.2009 | Mörderische Wut Und auch darin gleichen sich die muslimischen Märtyrerterroristen und die westlichen Alltagsterroristen: Sie inszenieren ein Opfer, das sie wieder zurückführen auf den archaischen Ursprung des Heiligen im grausamen und blutigen Ritual des Menschenopfers, das früher im Kern eines kollektiv begangenen Festes stand und im kollektiven Rausch (im Fall der Massaker in der Panik) kulminiert. Vielleicht mehren sich auch deswegen die Terrortaten, weil das Opfer als Reaktion auf die Absurdität durch die Säkularisierung und Rationalisierung, vor allem aber durch die Ökonomisierung aus der Welt verschwunden ist, selbst aus der Welt der Muslime, die sich an ihre letztlich zum Untergang verurteilte Religion klammern und sie zur universalen Ordnung in einem Gottesstaat ohne den Zweifel der Ungläubigen machen wollen. [ Florian Rötzer ]

 


› | 11.03.2009 | »Israel steckt in einer Sackgasse« junge welt Im Gaza-Krieg ist die israelische Armee in geradezu barbarischer Weise gegen die Zivilbevölkerung vorgegangen. Welche Rückwirkungen hat das auf die israelische Gesellschaft? Moshe Zuckermann Eklatant war, daß die Bevölkerung mit viel größerer Schadenfreude und Blutrünstigkeit reagiert hat als in vorangegangenen Kriegen. Ich habe nicht gesehen, daß es in Israel Besonnenheit innerhalb der Bevölkerung gegeben hätte. Die einzige Frage, die man sich jetzt stellt, ist: Man hat soviel Gewalt und Brutalität angewandt – hat es etwas genützt? Es sieht nicht so aus, als hätte es etwas genützt, denn bei aller Gewalt geht der Beschuß durch die Kassam-Raketen ja weiter, der gefangene israelische Soldat Gilad Shalit ist auch immer noch nicht da, es war also nicht nur nicht effektiv, sondern von vornherein unnütz. Die Bevölkerung hat aber nicht etwa größeres Mitleid mit den Palästinensern entwickelt; das hat allerdings auch damit zu tun, daß sich die Sympathie für die Hamas in Israel in Grenzen hält. Daneben gibt es auch kritische Stimmen in Israel, aber die waren schon immer randständig, und sie sind es auch in diesem Fall geblieben. Es sind Leute, die ohnehin nichts zu bestellen haben.

 


› | 11.03.2009 | Frauen im Islam Vortrag zum Frauentag im Stadtzentrum Raunheim
(cwe) Unterdrückte, rechtlose Frauen oder selbstbewusste Musliminnen, die voller Stolz ihr Kopftuch tragen - das Fremdbild und das Selbstbild der Frauen im Islam geht oft meilenweit auseinander. Auf dieses Problem ging Munnazza Agil Khan bei ihrem Vortrag "Die Stellung der Frau im Islam" ein, den sie am Sonntag im Stadtzentrum hielt. Den Rahmen für diese Veranstaltung bot der Internationale Frauentag. Khan erläuterte, dass negative Eindrücke und Vorstellungen über Musliminnen, insbesondere über Kopftuchträgerinnen oft durch negative Berichterstattung in der Presse vermittelt werden. Als Beispiel zeigte sie einen Aufmacher der FAZ-Sonntagszeitung über eine Demonstration gegen das Kopftuchverbot. Das Foto zu dem Artikel zeigte eine komplett verschleierte Frau, deren schwarzes Kopftuch nur noch die Augen frei ließ. Alles in allem ein befremdliches Bild einer Frau, die nicht glücklich wirkte. Dieses Bild sei aber gar nicht auf der Demonstration entstanden, sondern bilde eine Frau aus dem Gaza-Streifen ab, so Khan. Sie dagegen zeigte den Zuhörern Bilder, die tatsächlich von der Pro-Kopftuch-Kampagne stammten. Hier sah man ausnahmslos lachende, fröhliche Frauen in farbenfrohen Gewändern. Sie trugen Banner mit Sprüchen wie "Mein Kopftuch besteht zu hundert Prozent aus Baumwolle und zu null Prozent aus Terror!" Doch nicht nur Bilder in der Presse suggerieren falsche Stimmungen und Eindrücke, so Kahn. Auch aus dem Zusammenhang gerissene Zitate erzeugten ein verzerrtes Bild. Sie zeigte einen Artikel aus dem Spiegel mit dem Titel "Allahs rechtlose Töchter". Hier wurde folgender Vers aus dem Koran zitiert: "Die Männer aber stehen über den Frauen, weil Gott sie vor diesen ausgezeichnet hat." Khan erklärte, der eigentliche Inhalt des vollständigen Verses sei, dass der Mann über der Frau stehe, um für sie zu sorgen und sein Einkommen für sie zu geben. Doch wie sehen sich die Frauen im Islam selbst? Auch das brachte Kahn dem Publikum näher. Musliminnen hätten einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft und seien sehr karrierebewusst. So arbeiten in Ägypten beispielsweise doppelt so viele Professorinnen wie in Deutschland und im Iran gebe es sogar eine Mindestquote für männliche Studenten, da die Universitäten so stark von Frauen dominiert seien. Khan scheute sich nicht, auch Missstände wie Ehrenmorde und Zwangsheirat anzusprechen. "Es gibt diese Probleme, aber man kann sie nicht mit dem Islam begründen." Die eigentliche Ursache hierfür seien festgefahrene Traditionen.

 


› | 10.03.2009 | Ägypten Palästinenser beraten über Einheitsregierung … Auch werden internationale Gelder zum Wiederaufbau des von der Hamas beherrschten Gaza-Streifens nur dann fließen, wenn die Palästinenser ein Einheitskabinett bilden. Darauf machte in Kairo noch einmal ein Fatah-Vertreter deutlich. Das Geld der Geberstaaten, so seine Meinung, sei kein "Kuchen, über den nun alle herfallen können". Allen Palästinenserfraktionen müsse klar sein, dass die Gelder nur nach den Plänen der Geberländer und "unter Aufsicht" der neuen Einheitsregierung verteilt werden könnten.

 


› | 09.03.2009 | Michael Zirnstein Süddeutsche Zeitung : Ist es Ihnen noch immer wichtig, sich mit Ihrer Musik politisch zu äußern, wie damals in "Jerusalem"? Daliah Lavi Ja. Ich liebe mein Land Israel, aber nicht blind. Ich bin kritisch. Aber gerade eben war ich zum ersten Mal für den Einsatz der israelischen Truppen im Gaza-Streifen. Jeden Tag schlagen Raketen der Hamas in Israel ein. Die Lage ist auf beiden Seiten unlösbar, wie eine griechische Tragödie. Wenn ich eine Antwort wüsste, wäre ich der Messias. aus: Den Schmerz der Dinge erzählen Von den Wandlungen einer Schlagersängerin: Daliah Lavi auf Abschiedstournee im Deutschen Theater

 


› | 04.03.2009 | richard c. schneider nach dem besuch hillary clintons : keine guten voraussetzungen für einen raschen frieden in nahost

 


› | 03.03.2009 |Scharm al-Scheich Geldregen für Gaza Nach der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen hat die Staatengemeinschaft Hilfen im Wert von 4,5 Milliarden Dollar (3,6 Milliarden Euro) zum Wiederaufbau des Palästinensergebiets in Aussicht gestellt. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte bei der hochkarätig besetzten Geberkonferenz im ägyptischen Badeort Scharm al-Scheich 190 Millionen Dollar zu, seine US-Kollegin Hillary Clinton 900 Millionen Dollar. Die EU wird sich mit voraussichtlich gut 500 Millionen Dollar beteiligen, was beinah schon geringfügig wirkt in Anbetracht der 1,3 Milliarden von sechs Golfstaaten. Allein aus Saudi-Arabien soll eine Milliarde Dollar fließen. Zusammen mit Geldern, die bereits in den vergangenen Wochen angekündigt waren, belaufe sich die Gesamtsumme für den Gazastreifen in den kommenden zwei Jahren damit auf rund 5,2 Milliarden Dollar (fast 4,14 Milliarden Euro), teilte der ägyptische Außenminister Ahmed Abul Gheit mit. Die palästinensische Regierung hatte für den Wiederaufbau des Gazastreifens 2,8 Milliarden Dollar gefordert.

 


› | 02.03.2009 | Palästinenser feuern erneut Raketen auf Israel ab Militante Palästinenser haben vom Gazastreifen aus erneut mehrere Raketen auf Israel abgefeuert. Nach Angaben der Streitkräfte wurde niemand verletzt. In der Grenzstadt Sderot sei jedoch ein Wohnhaus schwer beschädigt worden. Nur Stunden zuvor hatte die israelische Regierung mit einem neuen harten Gegenschlag gedroht, sollten die palästinensischen Raketenangriffe weiter andauern.

 


› | 01.03.2009 |9 KAIRO: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier ist zu einer internationalen Geberkonferenz für den Gazastreifen in Ägypten eingetroffen. Er kommt mit einer Hilfszusage der Bundesregierung in Höhe von 100 Millionen Euro.

 


› | 28.03.2009 | raketen schlagen in einer schule in ashkelon ein ARD

 


› Eine Botschaft an die Sicherheitsmauer schicken : Ein holländisch-palästinensisches Projekt äußert Kritik an der Mauer zum Westjordanland auf kreative Weise. … Die Mauer wird nicht verschwinden, nur weil jetzt Ihr Text drauf steht. Das ist wahr. Aber Ihr Text setzt ein Zeichen für die Palästinenser, die hinter dieser Mauer gefangen sind: wir haben sie nicht vergessen. Mit Ihrem Text schenken Sie Hoffnung. Auf der anderen Seite wollen die Palästinenser Ihnen eines zeigen: wir sind Menschen, so wie ihr, mit Humor und Lebenslust. Dafür sprühen sie. Und sie tun es mit Freude.        von Florian Rötzer

 


› | 27.02.2009 | der holocaust ist euer (deutsches) problem, wir werden schließlich selbst diskriminiert. marcus born die amadeu-antonio-stiftung lenkt den blick auf muslimisch-arabisch motivierten antisemitismus bei jugendlichen das thema antisemitismus erhält insbesondere nach der jüngsten eskalation des israelisch-palästinensischen konfliktes eine erhöhte aufmerksamkeit. nicht nur die diskussion um die zurückgenommene exkommunikation von bischof williamson hat für wirbel gesorgt. auch der rücktritt des linke-politikers hermann dierkes zeigt, wie brisant das thema in deutschland ist. dierkes forderung, israelische waren in reaktion auf die angriffe auf gaza zu boykottieren, wurde nicht nur als antiisraelisch, sondern auch als antisemitisch [extern] gedeutet.

 


› | 26.02.2009 | hoffnung auf versöhnung : vertreter der rivalisierender palästinensergruppen fatah und hamas haben sich auf einer konferenz in ägypten offenbar darauf verständigt, bis ende märz eine einheitsregierung zu bilden.

 


› die palaestinenser haben eine ausgezeichnete volkswirtschaft. sie haben sich auf internationale hilfsgelder spezialisiert und sind marktführer darin, den bedarf zu wecken (schlechtes gewissen wegen kolonialismus, bewältigung des holocausts durch opfer-taeter-umkehr, romantik des freiheitskampfes) und ihn anschliessend professionell zu befriedigen. im vergleich zu anderen “guten zwecken” kann sich der konsument palästinensischer propaganda wirklich nicht beschweren.    ihm wird fuer sein geld etwas geboten. wenn ich dagegen daran denke, wie fade sich “freiheit für tibet” oder gar “freiheit für westsahara” anfühlen! diese produkte halten einfach keinem vergleich stand. warum sollten die palästinenser denn nicht so viele kinder machen, wie der weibliche körper hergibt, wenn sie ohnehin alle von der internationalen gemeinschaft kostenlos ernährt, schulisch und medizinisch versorgt werden? obendrein hat arafat schon ende der 80er jahre die gebärmutter seine beste waffe genannt. auf der individuellen ebene: in einer gesellschaft, wo der gesellschaftliche wert einer frau vor allem von der zahl ihrer söhne abhängt, sind fruchtbarkeitsexperten natürlich gefragt.    ruth in ihrem blog “blick auf die welt- von beer sheva aus”

 


Andrea Nüsse : 26. 2. 2009 tagesspiegel : Inzwischen wächst jedoch die Einsicht, dass effiziente Hilfe und politische Fortschritte nur möglich sind, wenn die Palästinenser sich untereinander versöhnen.

 


Erste Schritte aufeinander zu - Die Verhandlungen zwischen Hamas und Fatah im Radio von Ester Saoub

 


freitagskommentar von henryk m. broder : 60 jahre israel

 


videoansprache : nicht die palästinenser - die hamas ist unser feind

 


› wo fängt propaganda an? wo hört die lüge auf?

 


› videos from the Israel Ministry of Foreign Affairs : youtube

 


› israelische propagandisten erklären den krieg so



› Sie suchten eine neue Erfahrung und fanden den Krieg. Die Journalisten Svenja Kleinschmidt und Christian Salewski schreiben derzeit regelmäßig aus Tel Aviv und Jerusalem. Denn als sie Ende letzten Jahres dort ankamen, sah es nicht nach dem israelischen Einmarsch in Gaza aus. Die beiden sprechen über Mitbewohner, die von einem Tag auf den anderen ihre Bücher gegen einen Panzerhelm tauschen und über Kassam-Raketen, die ganz in der Nähe in den Asphalt einschlagen. Svenja Kleinschmidt und Christian Salewski (beide 28) sind Absolventen der Deutschen Journalistenschule München und nehmen derzeit am israelischen Stipendienprogramm der Herbert-Quandt-Stiftung teil.

 


› | 18.02.2009 | Ralf Syring, 62, arbeitet seit Mitte der neunziger Jahre als Kinderarzt in Afrika, zuletzt in Angola, Mozambique und Senegal, demnächst in Kongo-Kinshasa. Davor war der studierte Theologe und Berufsschullehrer auch als Arzt in El Salvador tätig. Anfang des Monats besuchte er im Auftrag der Hilfsorganisation Medico International für eine Woche lang den Gaza-Streifen. Mit ihm sprach Markus Bickel.    Nach was wurden Sie am meisten gebeten während Ihres Besuchs?     Selten um Geld, sondern eher darum, mehr Fachleute für die psychosoziale Versorgung zu schicken oder auszubilden. Hinzu kommt eine Erfahrung, die ich öfter machte, so auch am letzten Abend, als ich zu Besuch bei einer Familie war. Dort fragte mich ein siebenjähriges Mädchen, ob ich auch jüdische Menschen treffen würde, wenn ich den Gazastreifen wieder verlasse. Und ob ich vor ihnen Angst hätte? Ich versuchte ihr zu erklären, dass nicht alle jüdischen Menschen Palästinenser angreifen wollen. An ihrem Gesichtsausdruck sah ich, dass sie mir das nicht glaubte. Das ist das katastrophale Ergebnis der Trennungspolitik der israelischen Regierung, die dazu führt, dass junge Israelis und Palästinenser sich nicht mehr treffen - und, schlimmer noch, dass junge Israelis Palästinenser nur durch die Zielfernrohre sehen.

 


› uri avnery in der jungen welt vom 16. januar 2009 muss es einfach wissen : in einem militärstaat kann es keine soziale gerechtigkeit geben; keiner ist an der umwelt interessiert, während kanonen donnern, feminismus passt nicht zu einer gesellschaft von machos, die auf panzern reiten … usw. usf.



› karin leukefeld in JUNGE WELT vom 14. februar : Im Zentrum steht die Zusage der Hamas zu einem 18 monatigen Waffenstillstand, während Israel im Gegenzug alle sechs Grenzübergänge in den Gazastreifen öffnet.

 


› Der Kulturdialog zwischen Palästinensern und Israelis [von Mona Sarkis] : Die Debatte zeigt die großen Empfindlichkeiten auf beiden Seiten und – die prinzipielle Schwierigkeit, ja Unmöglichkeit eines Dialogs.

 


› Die Blockade beenden ! pax christi „Spende Schiff für Gaza“ In Deutschland laufen die Vorbereitungen für die Entsendung eines Schiffes mit medizinischen Hilfsgütern für Gaza auf Hochtouren. Der Frachter ist von der ärztlichen Friedensorganisation IPPNW, Jüdischer Stimme, Palästinensischer Gemeinde, Deutsch-Palästinensischer Gesellschaft und pax christi gechartert und soll in der ersten Märzhälfte das von Israel verhängte Embargo durchbrechen.

 


Hilfe aus London In London startet in den nächsten Tagen ein Solidaritätskonvoi, der Hilfsgüter im Wert von einer Million britischen Pfund (1,11 Millionen Euro) direkt in den Gazastreifen bringen will.



› die junge welt titelt nach der wahl ISRAEL WÄHLT DEN KRIEG

 


› Die Politik gegenüber den Palästinensern wird sich deutlich verschärfen Alfred Hackensberger 11.02.2009

 


› das ganze land rückt weiter nach rechts : ARD

 


› Uri Avnery schreibt am vorabend er wahl in israel : ZIPI LIVNI hat einen riesigen Vorteil: Sie ist nicht Bibi Netanyahu. Es scheint, als wäre das ihr einziger Vorteil.

 


› David Harnasch Freihandel statt Stillhaltegeld - das hilft Gaza wirklich. Da haben sich viele Experten den Kopf zerbrochen und werden es in den nächsten Wochen sicher noch weiterhin tun: Wie ist der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern beizulegen? Da es der Bevölkerung im Gazastreifen an nahezu allem mangelt, steht für viele die humanitäre Hilfe und finanzielle Unterstützung ganz oben auf der To-Do-Liste. Doch so, wie es im Augenblick läuft, zahlen Uno und die EU "Stillhalte- und Kindergeld", findet David Harnasch. Das setzt einen fatalen Prozess in Gang.



Hightech-Mauer am Gazastreifen Türme mit fernsteuerbaren Kameras und Maschinengewehren sichern Israel als "gated nation" und machen den Gazastreifen zum Gefängnis [ florian rötzer ]



› berlin : Steglitz-Zehlendorf zeigt Solidarität mit Sderot : Am Dienstag, dem 17. Februar, luden das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf und die Botschaft des Staates Israel zu einem Informationsabend über die aktuelle Lage in Sderot ein. Email petra.milz-hoehne@ba-sz.berlin.de



› arte : http://gaza-sderot.arte.tv/ Dieses Projekt berichtet vom Leben so wie es von den Männern, Frauen und Kindern in Gaza (Palästina) und Sderot (Israel) erlebt wird; von ihrem täglichen Leben und Überleben. Trotz schwerer Lebensbedingungen, der Gefahr von Luftangriffen und Raketenschüssen hören diese Menschen nicht auf zu arbeiten, zu lieben und zu träumen. Zu leben – trotz allem.



Hamas klaut UN-Hilfsgüter [ bild.de ] Freitag, 06. Februar 2009, 17:58 Uhr Nach dem Hilfsgüter-Diebstahl der Hamas haben die Vereinten Nationen ihre Lieferungen in den Gazastreifen vorerst eingestellt. Die Hilfsorganisation UNRWA begründete diesen Entschluss mit der wiederholten Einmischung der das Autonomiegebiet regierenden radikalislamischen Bewegung. Hamas-Mitglieder hatten am Dienstag nach UN-Angaben zum zweiten Mal in dieser Woche eine Hilfslieferung beschlagnahmt. Das Moratorium bleibe solange in Kraft, bis die Nahrungsmittel, Decken und anderen Güter wieder freigegeben würden, erklärte UNRWA. Hamas-Sprecher Fausi Barhum verurteilte die Entscheidung als ungerechtfertigt. Im Gazastreifen sind etwa 80 Prozent der 1,4 Millionen Einwohner von der UN-Hilfe abhängig.



› Hamas beschlagnahmt Hilfsgüter [ netzeitung.de ]



› Das Ende des langen Wegs nach Westen? Von Clemens Wergin 4. Februar 2009, 02:32 Uhr Natürlich darf man auch unter strategischen Partnern Kritik üben, und man muss nicht unbedingt einverstanden sein mit Israels Militäraktion in Gaza. Aber Erdogans Parolen haben den Rahmen des Akzeptablen gesprengt. Wer Israels Selbstverteidigung als "Massaker" bezeichnet (die PKK lässt grüßen!), Israels Bestrafung durch Allah herbeisehnt, die UN-Mitgliedschaft der seit ihrer Entstehung bedrohten Demokratie infrage stellt und das alte antisemitische Klischee hervorkramt, wonach Juden die Medien manipulieren, der schließt sich aus der westlichen Wertegemeinschaft aus.



› Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sagte in einer vom Sender El Arabija übertragenen Pressekonferenz in Kairo, es werde keinen Dialog mit irgendwem geben, der die Palästinensische Befreiungsorganisation PLO nicht anerkenne. Die Hamas beschuldigte er, mit ihrem Vorgehen im Gazastreifen das Leben und die Zukunft des palästinensischen Volkes aufs Spiel gesetzt zu haben.



› Erdogan-Porträt Der Imam von Istanbul [ bild.de ]

 


› erdogan in davos [ bild.de ]

 


› eli amir im interview [ ‹Wir brauchen einen palästinensischen Barack Obama.› bild.de ]



› der krieg und anne will [ Michael Grandt / kopp-verlag fragt : Beugte sich Anne Will der Israel-Lobby? Für Menschenrechte und Frieden eintretend, so kennt man Anne Will in ihrer gleichnamigen Talk-Show. Aber am vergangenen Sonntag wurde plötzlich die Sendung abgesetzt, in der kritisch über den Gaza-Krieg diskutiert werden sollte. Reicht der Arm der Israel-Lobby bis zur ARD? ]



› schmuggelarbeit bericht von oliver mayer-rüth [ ARD-Morgenmagazin 23.1.2009 ]



› oliver mayer-rüth im tunnelsystem von und nach gaza [ ARD 24.1.2009 ] um 1.55 uhr im ARD nachtmagazin gesendet



› hart aber fair [ WDR 21.1.2009 ]
Blutige Trümmer in Gaza. Nach den Kriegsbildern sind die Deutschen hin und her gerissen: Was sollen sie stärker verurteilen? Den Raketenterror der Hamas oder die Kriegswalze Israels? Wer lügt? Wer hat Recht? Und ist es für uns tabu, auch Israel offen zu kritisieren?
hier ansehen



› 3 nach 9 [ radiobremen 16 .1.2009 ]
Für seine Fans ist der bald 85-Jährige der "letzte Welterklärer": Prof. Dr. Peter Scholl-Latour hat fast alle Länder der Erde gesehen, ist Deutschlands erfolgreichster Sachbuchautor und gilt als die journalistische Instanz schlechthin. Bei 3 nach 9 sprach er über den "Weg in den neuen Kalten Krieg" und seine Sicht des Krieges in Nahost.

 


› | 30.12.2009 | Palestinians Taunt Jews to 'Go Back to the Oven'



› COMPASS-Infodienst [ für christlich-jüdische und deutsch-israelische Tagesthemen im Web ]



› dw-world [ filmbeiträge ]



› Henryk M. Broder : Über 60 Prozent der Deutschen sind der Meinung, Israel sei die größte Bedrohung für den Weltfrieden, über 50 Prozent sind überzeugt, Israel behandle die Palästinenser heute so, wie die Nazis die Juden behandelt haben – was nichts über Geschichte und Gegenwart aussagt, aber alles über das Bewußtsein der Deutschen. aus dem vorwort zu: › Plädoyer für Israel von Alan Dershowitz



› Mike Berry Greg Philo Israel und Palästina : Schnell wurde uns klar, dass es nicht eine Geschichte dieses Konflikts gab, sondern viele, da praktisch jeder historische Fakt entweder von der einen oder der anderen Seite in Frage gestellt wurde. Dabei gibt es nicht nur große Unterschiede zwischen den Darstellungen der israelischen und der palästinensischen Historiker, die beiden Lager sind auch in sich zum Teil tief gespalten. Derartige Meinungsverschiedenheiten sind bis zu einem gewissen Grad absolut charakteristisch für eine wissenschaftliche Auseinandersetzung, doch in diesem Fall haben sie auch eine starke ideologische Dimension, da die verschiedenen Interpretationen und geschichtlichen Darstellungen auch zur Rechtfertigung politischer Positionen eingesetzt werden können. [Auszug aus dem Buch]



› Amira Hass Morgen wird alles schlimmer Berichte aus Palästina und Israel : In einem ergreifenden und sehr persönlichen Buch berichtet die israelische, in Ramallah lebende Journalistin Amira Hass vom Leben der Menschen in Gaza und dem Westjordanland. Ihre Aufzeichnungen reichen bis zur jüngsten Gegenwart nach dem Wahlsieg der Hamas und geben uns überraschende Einblicke in einen Alltag zwischen Ausweglosigkeit und Überlebenswillen.


› | 28.03.2009 | fitna

 


› | 11.03.2008 | Kassam-Grüße von Hamas Immer wieder schlagen Raketen im israelischen Sedorot ein, auch im Sapir-Kolleg. Die Studenten leben mit der Angst von Inge Günther SEDOROT. Im Frühling sieht es im Norden des Negev mehr nach Toscana als nach Wüste aus, so grün sprießt es auf den sanft rollenden Hügeln.


Überfall mit dem Joghurtbecher:
Ulrike Putz at it's best

Verfasst von vonhaeften am 22 Februar, 2008

Ulrike Putz und Erhard Arendt
Wenn die Nahost-Korrespondentin Ulrike Putz auf Spiegel-Online von extremistischen israelischen Siedlern, besorgten Müttern der Kassam-Raketenbauer oder "Beiruts Hisbollah-Viertel - Ein Stadtteil in Leichenstarre" schreibt, kann sie sicher sein, daß ihr Artikel eine Stunde nach Erscheinen auf den Internetseiten genau jener Leute erscheint, die sich hauptberuflich der "Israelkritik" widmen und nach Beweisen für ihre Kritik auf anerkannten überregionalen Medien suchen. Ein besonders eifriger Sammler der Putz'schen Artikel ist der geschwätzigste unter den Antizionisten im Internet, der Kunsterzieher, freischaffende Plastiker und Grafiker Erhard Arendt, ein Mensch, der wie viele andere im Ruhestand von morgens bis abends mit runtergelassenen Hosen gegen Israel und das internationale Finanzjudentum anstinkt. [4] Arendt ist der Meinung, daß in Israel ein rassistisches, gewalttätiges und von Geheimdiensten gesteuertes Militärregime herrscht, und um das zu beweisen, ist ihm kein noch so blöder Link zu schade: alleine auf seiner Einstiegsseite hat er nicht weniger als 236 HTML-Links verdrahtet, die von Siedler setzen wilde Eber frei über Deutsche Akademiker: "Israel nicht mehr blind unterstützen" bis zu Israelische Friedensaktivisten bringen Nahrungsmittel nach Gaza reichen.
Unmoralische Vorfälle in der Armee

Und wenn dann Ulrike Putz auf SPIEGEL-Online von einer "Tabubrecherin" in Gestalt der ehemaligen Soldatin Dana Behar berichtet, die von "unmoralischen Vorfällen" in der Armee schockiert war und meinte, sie sei "in einer Machowelt" gelandet, in der "Frauenthemen wie Menschenrechte" keinen Platz haben, dann ist das Wasser auf Erhard Arendts Mühlen und einen neuen Link auf seinem Internet-Schmuddelplatz wert.
In der Nahost-Korrespondentenriege deutschsprachiger Medien befindet sich die Hamas-Bewunderin Ulrike Putz[5] in guter Gesellschaft: Ob es sich um den ARD-Korrespondenten Carsten Kühntopp aus Amman handelt, um Pierre Heumann von der Weltwoche, André Marty vom Schweizer Fernsehen SF, Monique Junker von N24/SAT1 Jerusalem oder Bettina Marx, Tel Aviv-Radio-Korrespondentin der ARD, sie alle eint die Abscheu vor dem Staat, aus dem sie berichten und in dem es sich doch so gut leben läßt. Doch keiner spricht so geschickt unterschwellig die Emotionen der Medienkonsumenten an wie Ulrike Putz, die Nahostkorrespondentin des SPIEGEL mit Sitz in Beirut, wenn sie mal wieder im Taxi mit einem "Studenten" zur Raketenwerkstatt des Dschihad fährt und sich dabei angeregt mit dem jungen Mann unterhält, der tagsüber Geografie studiert und nachts sein Scherflein zum "Dschihad" beiträgt.[7] So was gefällt Ulrike Putz,
die anscheinend einen besonderen Draht zu palästinensischen Studenten hat, die während der Vorlesung schlafen und nachts in den heiligen Krieg ziehen [6]. Dabei sind Ausdrücke wie "In den heiligen Krieg ziehen" bzw. " sein Scherflein zum Dschihad beitragen" nichts anderes als Umschreibungen für terroristische Aktivitäten, die auf diese Weise zu einer Bagatelle herabgestuft werden und ihre Akteure in einem geradezu sympathischen Licht erscheinen lassen. Und dass die Jungs vom Islamischen Dschihad mit dem von Israel gelieferten Dünger den Raketentreibstoff herstellen, ist zwar keine Bagatelle, aber eher schon ein schadenfrohes Grinsen wert:
Dünger für den Raketentreibstoff

Auf einem Gaskocher steht ein Suppenkessel bereit, an der Wand hoch liegen hebräisch beschriftete Säcke gestapelt. "Dünger für den Raketentreibstoff", sagt Abdul und grinst. "Beziehen wir aus Israel."
Abdul ist 22, groß und schlaksig wie er ist, würde er auch für 16 durchgehen. Seit dreieinhalb Jahren ist er Raketenbauer, Hunderte von Kassams hat er gefertigt, sagt er.

Tja, der Abdul. Den würde Mutti Ulrike am liebsten gleich adoptieren und bei sich in Beirut als Gärtner beschäftigen, denn hier, im nördlichen Gazastreifen, in dieser Gartenhütte mit den Düngersäcken von den doofen Israelis, da kann er ja leicht mal bei einem Angriff eines israelischen Kampfhubschraubers ums Leben kommen, aber das haben die Teilzeitstudenten ja schon einkalkuliert:

"Ich hätte meine Frau anrufen sollen", sagt er nach einer Weile. "Sie soll schon mal nach einem neuen Ehemann Ausschau halten."
Und das sollen Terroristen sein? Diese Witze reißenden, großen schlaksigen Studenten? Sind es nicht vielleicht doch junge Männer, denen keine andere Wahl bleibt, als den Kampf gegen Israel mit der Waffe zu führen. "Entweder wir gehen in den Widerstand, oder sie behandeln uns wie Sklaven." Er mache sich schon Gedanken, wer von seinen Geschossen getroffen würde. "Wenn wir Soldaten töten, sind wir mehr als glücklich", sagt er. "Wenn es ein Kind trifft, sind wir natürlich nicht froh."

Da ist der Hamas-Bewunderer Ulrike Putz sicher ganz warm ums Herz geworden: die sind doch gar nicht so, wie die westliche Presse immer behauptet!

Es sei aber nun einmal so, dass man mit einer Kassam nicht zielen könne. "Und guck dir die Israelis an, die haben F-16 und Apache-Helikopter und könnten wunderbar genau schießen. Und trotzdem töten sie unsere Frauen und Kinder." Abdul denkt kurz nach. "Kinder dürften in keinem Krieg dieser Welt getötet werden", sagt er, der selbst noch keine hat.
100 Kassam-Raketen pro Tag
Nun gibt es auf dem internationalen Waffenmarkt relativ billig zu erwerbende Zielgeräte, und an Geld und Phantasie mangelt es den Herren Studenten ja nicht. Wenn sie pro Nacht nach eigenen Angaben "bis zu 100" Kassams produzieren - und das nur diese kleine Gruppe in ihrer heimeligen Gartenlaube - und das Rohmaterial für jede Kassam etwa 500 Dollar kostet, so verpulvern die tapferen Dschihadisten pro Nacht rund 50000 Dollar, das sind im Monat 1,5 Millionen. Nehmen wir weiterhin an, daß nur diese eine Gruppe in ihrer Gartenlaube Kassams fertigt, und vergessen wir ev. weitere Rüstungsstätten erst mal. Und rechnen wir noch 2 Monate Semesterferien, ein bißchen "Shoppen" in Ägypten, wenn mal wieder der Zaun bei Rafah gesprengt wird und ein paar Betstunden ab, dann kostet dieser ganze Spaß aufs Jahr hochgerechnet immer noch mindestens 10 Millionen Dollar. Und da ist kein Geld für die Anschaffung einer anderen, zielgenaueren und wirklich steuerbaren Rakete drin? Oder ist nicht gerade diese Zielungenauigkeit der Kassam-Raketen das speziell terroristische Element an ihnen?
Warum konfrontiert die Interviewerin ihre Studenten nicht mit solchen Fragen? Weil sie mit einem Bein schon lange in deren Lager steht und mit ihren Artikeln bei SPIEGEL Online alles tut, um Israel an den Pranger zu stellen und um mehr Verständnis für die Hamas und die anderen terroristischen Palästinensergruppen zu buhlen. Auch wenn sie dies nicht bewußt tut: die Pseudoneutralität, das revoluzzerhafte Abenteurertum ("Es ist eine lange Fahrt durch stockfinstere Nacht, die zu den geheimen Raketenschmieden im Gaza-Streifen führt.") und das Mitleid mit den angeblich so Schwachen sprechen eine eindeutige Sprache, auch wenn sie in Israel Menschen interviewt, vorzugsweise solche, die gegen ihren Staat schwere Anklagen vorzubringen haben.

Bei Kaffee und Quiche
In Israel fährt sie allerdings nicht zur Raketenwerkstatt, sondern sitzt z.B. mit der 26-jährigen Dana Behar in einem Café in der nordisraelischen Hafenstadt Haifa und lauscht ergriffen deren Erzählungen über die Machos beim Militär. Bei Kaffee und Quiche. Wie sympathisch ist doch diese friedliche Bistro-Frauenwelt (auch Danas Mutter ist beim Interview anwesend) und wie schrecklich sind diese grausamen israelischen Soldaten, nur wenige Kilometer weiter im Osten, die einem wehrlosen Palästinenser Joghurt ins Gesicht kippen, um ihm danach auch noch das Knie ins Gesicht zu rammen. Möglicherweise handelte es sich hier um einen Terroristen, aber solchen kleinlichen Fragen will die Bistro-Runde lieber nicht nachgehen.
Denn wichtiger ist, daß die mutige Dana als Augenzeugin dieses Verbrechens nun zu ihrem Vorgesetzten geht.
Der lässt sie nicht nur abblitzen, sondern erzählt herum, dass sie versucht habe zu petzen. Monatelang wird sie von der betroffenen Kompanie geschnitten, die Kameraden spucken aus, wenn sie Dana sehen.
Das ist schon schlimm. Aber: was passiert eigentlich, wenn ein palästinensischer Polizist bei seinem Vorgesetzten protestiert, weil ein junger Kollaborateur von seinen Kollegen gerade abgeknallt wird...Kann er sich dann auch bei Ulrike Putz ausheulen? Eher nicht, denn die ist an solchen Geschichten nicht interessiert. Außerdem würden die lieben Kollegen von den verschiedenen "Armen" der palästinensischen Organisationen dem Polizisten schnell klarmachen, was man mit Leuten wie ihm macht: bestenfalls erschießt man ihn und schiebt der "israelischen Soldateska" den Mord in die Schuhe, so wie man es auch mit den Frauen macht, die die Familienehre beschmutzen.
Doch Dana Behar hatte da als israelische Soldatin ganz andere Probleme.
Sie klauen Gebetsketten und Korane

"Einmal kam eine Einheit mit den Leichen zweier erschossener Terroristen zurück. Ich hatte Küchendienst und habe Lärm gehört. Hinter der Küchenbaracke standen Soldaten und haben sich gegenseitig lachend mit den Toten fotografiert. Ich habe nichts gesagt, sondern bin reingegangen und habe mich übergeben." ....
.... prahlen die Soldaten. "Sie zeigten mir Gebetsketten und Korane, die sie aus den durchsuchten Häusern hatten mitgehen lassen." Dana ist schockiert. "Mir ist beigebracht worden, dass so etwas Plündern ist."

Die junge Israelin scheint die Armee ihres Landes mit etwas anderem verwechselt zu haben: nicht gerade die Heilsarmee, aber so eine Art internationales grün/alternatives Friedenscamp mit Frauenquote, in dem Palästinenser und Israelis ihre Probleme miteinander "diskutieren" und abends Konstantin Wecker ein paar friedensbewegte Schmalzlieder zum besten gibt. Stattdessen musste die junge Frau noch 2 Jahre die "Hölle" durchmachen, bis sie dann nach der Armeezeit endlich an de

Universität Haifa Psychologie studieren konnte. Sie will verstehen, wie die menschliche Psyche funktioniert, wenn "sie auf stumm schaltet". "Es gibt in Israel ein großes Tabu: Kritik am Militär gibt es nicht, das tut man nicht." Dana will dieses Schweigen brechen, deshalb hat sie ihre Geschichte vor der Kamera der bekannten israelischen Dokumentarfilmerin Tamar Yarom erzählt.
Das Tabu, das nicht existiert
Spätestens hier denkt man, der Artikel sei reine Satire.
Anscheinend ist die junge Dame bisher gewissermaßen kopflos durchs Leben gegangen, denn wie sonst sollten ihr die zahllosen Tabubrecher aus der israelischen Friedens- und Frauenbewegung, die "neuen Historiker", die linken Akademiker mit ihren vielen Diskussionen und massiver Kritik an den israelischen Streitkräften entgangen sein? Wie kann man nur jemanden mit einer solch dürftigen Argumentation als Tabubrecherin eines nicht vorhandenen Tabus hochstilisieren? Ohne den Film allerdings, so viel steht fest, und ohne die Auszeichnung des IDFA, des "Internationalen Festivals der dokumentarischen Filme", [2] hätte Dana Behar sich an der Universität Haifa selbst therapieren müssen und wäre auch Ulrike Putz nie begegnet. Eigenartig oder auch nicht: kaum war dieser Artikel über Dana Behar am 17.02.08 auf der Titelseite von SPIEGEL Online erschienen, da wurde er auch schon erster auf der Topliste der am meisten von Lesern verschickten Artikel dieses Tages. Die Deutschen wissen eben, welche Themen wichtig sind: wenn Soldaten des Judenstaates friedfertigen Palästinensern Joghurt ins Gesicht kippen, dann ist das Terror und die Israelis haben nichts aus Auschwitz gelernt - im Gegensatz zu uns Deutschen natürlich. Und natürlich durften sich auch die Berufsantisemiten des Politikforums [3] darüber freuen, ihren zahllosen Hetz-Threads gegen Israel einen weiteren mit dem Titel "Die Tabubrecherin von Haifa" hinzuzufügen.
Es wird Zeit, daß auch mal wieder andere Journalisten bzw. Schriftsteller bei Spiegel Online zu Wort kommen - z.B. Matthias Künzel, Tobias Kaufmann oder Leon de Winter. Oder wäre das ein Tabubruch?


› | 29.12.2007 | hagen rether versteht den islam. so.

 


› | 12.04.2006 | So wird man Nahostkorrespondent - Eine Anleitung von Claudio Casula